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Gesundheit:Bericht: Corona-Warn-App hat bei Millionen nicht richtig funktioniert

Hand hält Smartphone mit Corona Warn-App vor ältere Frau mit Mundschutzmaske sitzt in S-Bahn, Zug, Corona-Krise, Stuttg

Die Corona-Warn-App soll Smartphone-Besitzern mitteilen, wenn sie mit Infizierten in Kontakt waren.

(Foto: imago images/Michael Weber)

Bei Millionen Smartphones mit Android-Betriebssystem wurde die Hintergrund-Aktualisierung der App verhindert. Eine neue Version soll das Problem nun lösen.

Die Corona-Warn-App hat einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge auf Millionen Smartphones mit Android-Betriebssystem wochenlang Mängel aufgewiesen. Aufgrund des Fehlers wäre es möglich gewesen, dass Nutzer etwa von Samsung- oder Huawei-Handys nicht oder zu spät gewarnt wurden, berichtet das Blatt. Grund sei, dass die Smartphones die notwendige stetige Hintergrundaktualisierung der App nicht erlaubten, um Strom zu sparen. Nutzer der betroffenen Geräte mussten die App einmal am Tag öffnen, um herauszufinden, ob sie einem Risiko ausgesetzt waren.

Ein Sprecher der Softwarefirma SAP, die die App mitentwickelt hatte, sagte der Zeitung: "Es gab in der Tat ein Problem mit früheren Versionen der Corona-Warn-App in Sachen Hintergrundaktualisierung auf Android-Geräten." Auch das Robert-Koch-Institut, das die App herausgibt, teilte der Zeitung mit: "Der automatische Abgleich im Hintergrund wurde von einem Teil von Android-Smartphones unterbunden."

Das Gesundheitsministerium erklärte am Donnerstagabend, das Problem sei seit Längerem bekannt und auch Thema in den Fragen-und-Antworten (FAQ) der App. Dort sei erklärt, wie sich die Hintergrundaktualisierung aktivieren lasse. Zugleich betonte die Behörde, dass die App "zu jeder Zeit" funktioniert habe. Bestimmte Android-Geräte hätten aber verhindert, dass Apps dauerhaft im Hintergrund laufen. "Das gilt nicht nur für die Corona-Warn-App, sondern für alle Apps auf diesen Smartphones." Die Warn-App tausche aber auch ohne diese Hintergrundaktualisierung anonyme Codes mit anderen Smartphones aus.

Mit der neuen Version, die am Mittwoch erschienen sei, "ist das Problem behoben", erklärte das Ministerium. Das ist möglicherweise etwas übertrieben, denn Nutzer müssen immer noch selbst aktiv werden. Sie müssten die App nach dem Update einmal öffnen, und in den Einstellungen die "priorisierte Hintergrundaktivität" aktivieren.

Die SPD wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlechte Informationspolitik zu Problemen mit der Corona-Warnapp vor. "Es ist mehr als ärgerlich, dass die zuständigen Fachpolitiker von dieser Sache aus den Medien erfahren", sagt der digitalpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, zu Reuters. "Ich hätte mir eine offene Kommunikation durch das Gesundheitsministerium gewünscht." Wie viele Geräte aktuell von den Problemen betroffen seien, könne man noch nicht sagen. "Ich erwarte hierzu schnelle Aufklärung durch Minister Spahn."

Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

© dpa/hum/mxm/jab
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