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Dell Venue im Test:Das flachste Tablet der Welt

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Nur sechs Millimeter dick: das Dell Venue 8 7840

(Foto: Dell)

Der Computerhersteller Dell will dem iPad Konkurrenz machen - mit einem Tablet, das noch ein Stückchen dünner ist. Doch wie gut ist das neue Venue wirklich?

Von Thorsten Riedl

Ein gutes Tablet, das muss schmal sein und nicht schwer, damit das Lesen der Zeitung oder eines Buches darauf Spaß macht. Es muss scharf sein, um einen Film zu schauen - mit gutem Ton. Es muss schnell sein für ein Spielchen zwischendurch, um mal Fotos zu bearbeiten oder zu Hause die Tabellenkalkulation aus dem Büro zu checken. Zu groß sollte ein solches Gerät mit berührungsempfindlichem Display auch nicht daherkommen. Schließlich trägt die moderne Frau, der moderne Mann schon stets ein Smartphone mit sich herum. Und, apropos, wenn das Tablet nicht täglich an die Steckdose müsste, so wie das Alleskönnerhandy, das wäre toll. Das iPad von Apple etwa erfüllt alle diese Wünsche - und mit dem Dell Venue kommt dem Marktführer nun ein Rivale ziemlich nahe.

Dell, ausgerechnet: Bis vor kurzem gab es von dem Computerhersteller vor allem schlechte Nachrichten. Die Absatzkrise im PC-Markt hatte das Unternehmen arg gebeutelt, vor zwei Jahren dann sogar der Rückzug von der Börse. Das sorgte wieder für etwas Ruhe, so dass sich die Dell-Ingenieure nun auf das Wesentliche konzentrieren können: auf gute Produkte. Und das Venue ist ziemlich gut geworden.

Herzstück des Venue 8 7840, so die Bezeichnung des Testgeräts, ist der Bildschirm mit OLED-Technologie, um Farben lebendig darzustellen. Das Display misst 8,4 Zoll, umfasst von Aluminium, und löst mit 2560 mal 1600 Pixeln auf. Das ist fast schon zu viel. Manche Schrift lässt sich nur schwer entziffern. Anders als beim iPad hat der Bildschirm nur unten einen Rand, wo die brauchbaren Lautsprecher und die Frontkamera untergebracht sind. Das sieht zwar schick aus - macht aber das Halten schwierig, da das Display sofort auf Berührungen reagiert.

Und noch eine Besonderheit: Das Venue hat als erstes Tablet eine Kamera mit Real-Sense-Technologie von Intel - um genau zu sein: drei Linsen. So lässt sich der Brennpunkt nachträglich ändern oder die Entfernung zwischen Punkten auf dem Bild messen. In der Praxis nutzt das wenig, zumal die Qualität der Bilder bescheiden ist.

Das Tablet wiegt 305 Gramm, 26 weniger als das iPad Mini, und es ist mit sechs Millimetern das nach Dell-Angaben weltweit schmalste Tablet. Der Arbeitsspeicher fasst zwei Gigabyte, genug für das aktuelle Android-System 5. Der Datenspeicher hat 16 Gigabyte, erweiterbar per Speicherkarte. Im Innern arbeiten ein schneller Intel-Prozessor und die gleiche Grafikeinheit wie in Apple-Geräten. Der Akku hält gut zehn Stunden, wie beim iPad Mini 3. Für wen es also nicht der Marktführer sein muss, der bekommt mit dem Venue ein Tablet, das kaum Wünsche offenlässt - und mit 350 Euro zu einem Preis, den auch Apple verlangt.

© SZ vom 26.08.2015/sawe
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