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Bericht über neue Modelle:Apples iPhone-Doppelschlag

Einem Zeitungsbericht zufolge arbeitet Apple derzeit gleich an zwei neuen iPhone-Modellen. Die exklusive Bindung an einen bestimmten Mobilfunkanbieter dürfte damit zumindest in den USA Geschichte sein.

Dieser Schritt könnte den US-Telekommunikationskonzern AT&T schmerzen: Apple arbeitet nach Informationen des Wall Street Journa (WSJ) an einem neuen iPhone-Modell für den Mobilfunkanbieter Verizon Wireless. Daneben werde es auch eine neue Version des iPhones geben, das über AT&T vertrieben wird.

Derzeit hat Apple eine Exklusiv-Vereinbarung mit AT&T Inc für den Verkauf des iPhones in den USA. Das WSJ beruft sich in seinem Bericht auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Seit der Veröffentlichung im Juni 2007 hat Apple stets im Sommer neue iPhones präsentiert, zuletzt das iPhone 3G. Gerüchten zufolge soll das nächste Betriebssystem auch Multitasking unterstützen, das gleichzeitige Öffnen mehrerer Programme. Diese Funktion vermissen viele Nutzer bislang schmerzlich.

Ein zweites Modell wäre notwendig, weil Verizon und AT&T verschiedene Breitband-Übertragungsverfahren verwenden. Ein Ende des Exklusiv-Vertrags würde AT&T schwächen: Bislang hält das Unternehmen 43 Prozent des lukrativen amerikanischen Smartphone-Marktes, Verizon liegt bei 23 Prozent. Wie das WSJ berichtet, aktivierte AT&T alleine im letzten Quartal 2009 etwa 3,1 Millionen neue iPhones.

Eine Sprecherin von Apple sagte, das Unternehmen äußere sich nicht zu Spekulationen und Gerüchten. Verizon Wireless, an dem auch Vodafone beteiligt ist, lehnte eine Stellungnahme ab.

Exklusiv-Bindung in Deutschland

Das Wall Street Journal gilt als seriöse Nachrichtenquelle für Entwicklungen bei Apple - bereits vor der Veröffentlichung des iPads hatte die Zeitung über Details zur Ausstattung berichtet, die sich später als richtig herausstellten.

Ob der mögliche Schritt in den USA Teil eines Strategiewechsels ist und Apple auch in Ländern wie Deutschland die Exklusivbindung aufgibt, ist unklar. In Großbritannien ist das Smartphone zwar seit wenigen Monaten bei zwei Mobilfunkanbietern erhältlich, auf eine solche Veränderung in Deutschland deutet bislang aber wenig hin: Der Exklusiv-Vertrag mit der Telekom-Tochter T-Mobile läuft noch bis 2012, die Verkaufszahlen sind gut.

Seit dem 29. März bietet zudem auch der Service-Betreiber mobilcom-debitel das iPhone in Deutschland an - der entsprechende Vertrag wurde mit Apple und T-Mobile geschlossen, ein Indiz dafür, dass das US-Unternehmen an einer Exklusiv-Zusammenarbeit festhalten möchte.

T-Mobile verkauft iPhones nur in Verbindung mit einem 24-monatigen Handyvertrag, das Ersetzen der SIM-Karte durch die eines anderen Mobilfunkanbieters ist auf herkömmliche Art nicht möglich. Deutsche Kunden, die keinen T-Mobile-Vertrag abschließen möchten, sind deshalb derzeit noch auf Importe aus dem Ausland angewiesen.

© sueddeutsche.de/Reuters/joku/holz

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