bedeckt München 27°

"Batman: Arkham VR" auf der Gamescom:Ich bin Batman

Multimilliardär Bruce Wayne ist in Sachen Virtual Reality ein "early adopter".

(Foto: Warner Bros. / PR)

Brutal wird Milliardär Bruce Wayne nach einer durchgekloppten Nacht aus dem Schlaf gerissen. In "Batman: Arkham VR" setzt sich der Spieler dank Virtual Reality die Fledermausmaske auf.

Ich, der Multimilliardär, muss auch mal schlafen, ich habe es offenbar bitter nötig. Aber ein Geräusch lässt mich hochschrecken. Ich brauche kurz, um mich in dem Salon mit den teuren Teppichen, den holzvertäfelten Wänden und den großen Fenstern hinaus zum Garten zu orientieren, sehe etwas verwirrt auf das Klavier, an dem ich offenbar eingeschlafen bin. Meine Fingerknöchel sind wund, blau und geschwollen. "Ich würde Sie ja eigentlich schlafen lassen, Master Wayne", sagt mein Butler Alfred. "Aber wir haben einen Notfall. Und versuchen Sie doch nächstes Mal bitte, ins Bett zu kommen. Es würde Ihnen gut tun."

"Batman: Arkham VR" ist der erste Virtual-Reality-Titel der erfolgreichen Spielereihe um den dunklen Großstadtritter/Multimillionär/Superheld. Und es ist das erste Spiel, das dem Spieler selbst das Gefühl geben soll, Umhang und Fledermausmaske zu tragen. Also strecke ich meine echte Journalistenhand aus, damit meine digitale Milliardärshand nach dem Schlüssel greift, den mir Butler Alfred reicht. Ich schließe damit den Deckel der Klaviertastatur auf, hebe ihn hoch, drücke wahllos ein paar Tasten, kling, klang, klong. Ein leises Surren, das Klavier fährt zurück und der Boden, auf dem ich gerade noch stand, wird zum Aufzug in den Keller.

Der Abstieg in die Batcave, die Höhle, in der Bruce Wayne seine Batman-Spielsachen lagert und in den Superhelden-Anzug steigt, ist in Virtual Reality ein kleines Erlebnis. Erst müssen meine Batman-Werkzeuge - die Pistole mit Kletterhaken, der Handscanner und die Bat-Bumerangs - kalibriert werden, also die digitalen mit meinen realen Bewegungen abgeglichen werden.

Höhenangst in der Batcave

Dann kann ich mich im Spiegel bewundern - so eine Bat-Maske steht meinem digitalen Alter Ego ganz gut, ich zucke ein wenig mit den Schultern, drehe den Kopf: Ich bin Batman. Die Fahrt nach unten auf der geländerlosen Aufzugplatte durch die Höhle verursacht ein bisschen Höhenangst. Die durch meine Schuhe spürbare Bodenplatte, auf der ich bei der Demo auf der Gamescom stehe und deren Ränder ich immer wieder vorsichtig erfühle, verstärkt diesen Eindruck noch.

"Batman: Arkham VR" soll ein Detektivspiel werden, denn das Gehüpfe und Gekloppe der vorherigen Batman-Spiele ist als Virtual-Reality-Version wohl kaum wohnzimmertauglich. Stattdessen steht der Spieler an virtuellen Tatorten, sucht in seiner Umgebung nach Spuren und rekonstruiert mit seiner Scannerpistole den Tatverlau. Er spult durch lebensgroße Aufzeichnungen der Tat vor und zurück, um jedes Detail analysieren zu können.

Das Mittendrin-Gefühl, das die kurze Gamescom-Demo erzeugt, ist schon jetzt beachtlich, auch wenn es etwas seltsam ist, dass man sich in den Räumen nicht selbst bewegen kann, sondern sich nur per Knopfdruck von Standort zu Standort teleportiert. Ob mit dieser Einschränkung ein ausreichend forderndes Detektivpuzzle entsteht, bleibt abzuwarten. Aber selbst wenn nicht: Immerhin bin ich Batman.