Schulen:Sachsen stellt 719 Lehrkräfte zum zweiten Halbjahr ein

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Ausbildung
Christian Piwarz (CDU), Kultusminister von Sachsen, gestikuliert. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Dresden (dpa/sn) - Sachsen stellt zum neuen Schulhalbjahr 719 Lehrerinnen und Lehrer ein. Damit bleiben 81 Stellen unbesetzt, wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte. Eine Aufschlüsselung nach den Regionen zeigt ein Stadt-Land-Gefälle: So konnten in Leipzig und Umgebung alle Stellen besetzt werden, während im Raum Bautzen weiterhin 32 Lehrkräfte und im Raum Zwickau 20 Kräfte gesucht werden. "Nach wie vor gelingt es uns nicht, genügend junge Lehrerinnen und Lehrer für MINT-Fächer und einen Einsatz in den ländlichen Regionen zu begeistern", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Unter den neuen Lehrkräften sind den Angaben zufolge 580 grundständig ausgebildete Lehrer und pädagogische Fachkräfte. Hinzu kommen 139 Seiteneinsteiger. Insgesamt hatten sich zum zweiten Halbjahr 709 ausgebildete Lehrkräfte beworben, von denen 279 an einem Gymnasium arbeiten wollten. 60 Prozent bewarben sich auf die Ballungsräume Dresden und Leipzig.

Piwarz sagte, dass sich die gestiegene Zahl der Lehramtsstudienplätze von 1700 im Jahr 2012/13 auf 2700 seit 2021 noch nicht vollumfänglich auf dem Lehrermarkt bemerkbar mache. Ein Grund sei vermutlich die Corona-Pandemie, in der die Studienzeiten länger seien. Zudem bestehe das Problem, dass es zu wenige Studierende in Mathe, Informatik, den Naturwissenschaften und Technik (MINT) gebe. "Wir müssen hier weiter und noch intensiver und gezielter bei den Abiturientinnen und Abiturienten für den Lehrerberuf werben." Piwarz kündigte eine neue Werbekampagne an, die voraussichtlich Ende März dieses Jahres beginnen solle.

Zudem werde diskutiert, ob die Hürden für den Seiteneinstieg aus anderen Berufen ins Lehramt gesenkt werden sollten. Nach Angaben des Kultusministeriums könnten demnach auch Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen ohne Fachzuordnung oder von Berufsakademien vor Klassen stehen. Geplant sei, Seiteneinstieger in den MINT-Bereichen auch für Gymnasien einstellen zu können. Zudem sollten die Anerkennungsverfahren für Lehrkräfte aus dem Ausland schneller werden.

Als Erfolg bewertete Piwarz den "Klebeeffekt" bei Referendarinnen und Referendaren. Mittlerweile blieben 73 Prozent von ihnen in Sachsen, vor drei Jahren habe der Anteil bei 64 Prozent gelegen. "Unsere Maßnahmen zur Lehrergewinnung zeigen Wirkung. Vor allem durch die Verbeamtung unserer Lehrkräfte sind wir auf dem Lehrermarkt deutschlandweit konkurrenzfähig." Ohne die Verbeamtung sei es schwieriger, Referendare an den Freistaat zu binden.

© dpa-infocom, dpa:220218-99-186193/2

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