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Pisa 2015:Die Pisa-Studie in acht Grafiken

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Jungs sind besser in Mathe und Naturwissenschaften, Mädchen in Sprachen: Was kann man dagegen tun?

(Foto: imago/Westend61)

Wie unterscheiden sich die Leistungen von Jungen und Mädchen? Und wo gibt es die meisten Schulschwänzer?

Naturwissenschaften

15 Punkte verloren innerhalb von drei Jahren, ein Debakel für Deutschlands Schüler in den Naturwissenschaften! So oder ähnlich könnte motzen, wer die Daten der aktuellen Pisa-Studie sieht. Dabei zeigt die Kurve: Im OECD-Raum blieb der Mittelwert in Naturwissenschaften von 2000 bis 2012 konstant, während Deutschland sich massiv steigerte. Seit der letzten Erhebung ist der Wert Deutschlands wie auch der OECD-Durchschnitt etwas gesunken. Deutschland steht mit der Entwicklung also nicht alleine.

Zudem lohnt der Blick auf Pisa 2006. Auch damals lag der Fokus auf den Naturwissenschaften und bedenkt man die Regeln der Statistik, lässt sich sagen: Deutschlands aktuelle Werte haben sich im Vergleich mit 2006 nicht wesentlich verändert.

Das heißt aber auch: Eine Verbesserung im naturwissenschaftlichen Bereich hat es trotz aller MINT-Offensiven hierzulande nicht gegeben. Dass es hier eine Baustelle im deutschen Bildungs- und Schulsystem gibt, lässt sich nicht wegdiskutieren. Um das Problem zu beheben, werden auch die Lehrkräfte gefordert sein. Pisa 2015 zeigt: Wenn Lehrer den Unterricht dem Wissenstand und den Bedürfnissen der Schüler anpassen, sich also an den Lernenden orientieren und nicht an vorgefertigten Stundenkonzepten, bringen die Schüler deutlich bessere Leistungen in Chemie, Physik oder Biologie.

Leistung von Jungen und Mädchen

Jungs sind besser in Mathe und interessieren sich für Hebelgesetze oder den Zitronensäurezyklus; Mädchen dagegen sind sprachbegabter und lesen gern. Die Pisa-Ergebnisse untermauern diese Klischees mit Zahlen und werfen die Frage auf: Was kann man dagegen tun?

Darauf werden Politiker und Lehrkräfte Antworten suchen müssen. Projekte wie nach Geschlechtern getrennten Physikunterricht, Girls Days in der Maschinenbau- oder Automobilbranche oder spezielle Leseförderung für Grundschuljungs gibt es bereits zuhauf - großen Erfolg haben diese Versuche ganz offensichtlich nicht. Dringend werden neue Ideen benötigt, wie man fördern kann, damit Mädchen bald besser rechnen und Jungen besser lesen können.

Wer will im Bereich Naturwissenschaften arbeiten?

Dass sich unter den Befragten viel mehr Jungen wie Mädchen vorstellen können, später einen Beruf im Bereich der Naturwissenschaften auszuüben, ist kaum überraschend. Auch nicht, dass innerhalb dieses Berufsfeldes die Schülerinnen nur bei der Joboption "Gesundheitsbereich" vorne liegen. Am mangelnden Talent wird es nur in den wenigsten Fällen liegen. Es wird also weiterhin nach Lösungen gesucht werden müssen, um Mädchen nicht nur für Berufe und Studiengänge in diesem Bereich zu interessieren, sondern auch die unsichtbare Mauer abzubauen, die sie offenbar noch immer fernhält.

Auffällig ist auch, dass in nahezu allen Bereichen, insbesondere im Ingenieurswesen, deutlich weniger deutsche Schüler eine berufliche Option sehen wie das im gesamten OECD-Raum der Fall ist. Eine Erkenntnis, die die hiesige Industrie nicht langfristig verkennen sollte.