Der Kumpel

Das macht ihn aus:

Er ist der Freund aller Schüler - zumindest derjenigen, die in Highscore-Tabellen (Computerspiele) regelmäßig besser abschneiden als im Notenspiegel (Französischklausur) oder die sich beim Zeichnen lieber von Dagi Bee (Schminktipps) inspirieren lassen als von Albrecht Dürer (Proportionenlehre). Der Kumpeltyp steht immer auf Seiten der Schüler, hat Verständnis für Ausfallerscheinungen bei Liebeskummer und unangekündigten Klassenarbeiten und drückt auch mal beide Augen zu, wenn er im Treppenhaus einen Schüler beim Spicken erwischt ("Den Zettel gibst du mal mir, dann findet ihn auch keiner"). Er gibt mit Vorliebe Computerkurse, leitet AGs (Schulband, Volleyball, Technik) und wird häufig zum Vertrauenslehrer gewählt.

Das tut er, um die Klasse zum Schweigen zu bringen:

"Dunja und Carolin, entweder seid ihr jetzt leise oder ihr erzählt allen, was an Alex' neuer Jeans so aufregend ist, dass ihr es nicht erst in der Pause bequatschen wollt."

Das sagt er beim Elterngespräch:

"Die Anwendung von Excel halte ich für überschätzt. Bis Ihre Tochter den Schulabschluss hat, gibt es eh wieder ganz neue Programme. Mir ist wichtiger, dass die Schüler sich trauen, am Computer auch mal was auszuprobieren und Spaß am Designen entwickeln."

So laufen Prüfungen bei ihm ab:

Natürlich in Gruppenarbeit. Mit Kreativität und einer persönliche Note können Fehler beim Programmieren und den Formalitäten ausgeglichen werden.

Bild: Illustration Jessy Asmus 8. Januar 2018, 05:122018-01-08 05:12:09 © SZ.de/mkoh/lho/liv