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Ländervergleich:"Es bleibt viel zu tun"

Die Wissenschaftler vom ländereigenen Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) verwiesen auf die unterschiedliche Ausgangslage in den Ländern. Gleichwohl gebe es Bundesländer, die zum Beispiel bei der Leseförderung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern erfolgreicher seien als andere. Als Musterbeispiel gilt dabei erneut Sachsen - während die Förderung von Migrantenkindern zum Beispiel in Mathematik in Rheinland-Pfalz und im Saarland gut gelingt. "Wir wollen alle mehr von einander lernen", versicherte Rabe.

IQB-Studie

Die Aufgaben des Bildungsvergleichs

"Die Mobilität von Eltern über die Bundesländergrenzen hinweg ist ein Grundrecht", sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle. Er regte dazu einen Länderstaatsvertrag an. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) warnte davor, nur auf die Leistungsergebnisse zu schauen. "Wir brauchen ein gutes und hohes Lernniveau. Wir müssen aber auch für soziale Gerechtigkeit in der Bildung sorgen."

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, wertete die Ergebnisse insgesamt "als großes Kompliment für Bayerns Grundschullehrkräfte". Sie leisteten "hervorragende Arbeit", gingen aber dabei oftmals "täglich an ihre persönliche Grenze, denn besonders unterstützt werden sie nicht". Der BLLV fordert daher, für jede Klasse eine zusätzliche pädagogische Fachkraft zur Verfügung zu stellen. Als "beschämend" bezeichnete Wenzel "die erneut nachgewiesene Ausgrenzung sozial benachteiligter und ausländischer Kinder".

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt, verlangte mehr Deutschunterricht. "Für ein Fortkommen in Schule und Beruf wie auch für eine gelingende persönliche Lebensführung ist die sichere Beherrschung des Deutschen unverzichtbar", sagte er. Während die Länder Baden-Württemberg und Sachsen ihren Schülern in den Jahrgangsstufen drei und vier je sieben Wochenstunden Deutschunterricht zugestünden, seien es in Bayern nur noch je sechs.

Für den ersten rein innerdeutschen Grundschul-Leistungsvergleich wurden im vergangenen Jahr mehr als 30.000 Viertklässler an über 1300 Grund- und Förderschulen getestet. Anders als bei den internationalen Schulleistungsstudien Pisa, Iglu und Timss wurden die Testaufgaben für den nationalen Vergleich allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll.

Die Untersuchung bestätigt frühere Erkenntnisse, wonach Jungen besser rechnen, die Mädchen dagegen besser lesen und schreiben können. Dies wird besonders bei der Orthografie deutlich. Dort sind die Mädchen den Jungen im Schnitt um 32 Punkte voraus - was dem Lernfortschritt von einem halben Schuljahr entspricht.

(Hier finden Sie die einzelnen Ergebnisse des Tests.)