Würzburg Nach Angriff in Regionalzug: Ein Mann im künstlichen Koma

Der Gesundheitszustand der anderen Opfer des Axt-Angreifers stabilisiert sich. In Heidingsfeld stellen sich Hunderte einer Kundgebung der NPD entgegen.

Ein Opfer des Würzburger Axt-Angreifers muss noch Tage oder sogar Wochen im künstlichen Koma bleiben. Das teilte die Universitätsklinik Würzburg am Sonntag mit. Dort werden vier Personen behandelt, die der 17-jährige Afghane am vergangenen Montagabend in einer Regionalbahn bei Würzburg mit Axt und Messer angegriffen und schwer verletzt hatte.

Drei Patienten, darunter der Mann im Koma, gehören zu einer Familie aus Hongkong, die zu Besuch in Deutschland war und gerade von einem Besuch in Rothenburg ob der Tauber zurückkam, als der Jugendliche sie attackierte. Der Gesundheitszustand aller Opfer habe sich stabilisiert, es könnten aber immer noch Komplikationen auftreten, heißt es aus der Uniklinik.

In Heidingsfeld, wo der Zug zum Stehen kam und der Jugendliche flüchtete, bis er von Beamten eines Spezialeinsatzkommandos erschossen wurde, demonstrierten am Samstag 300 Menschen gegen eine Kundgebung der NPD. Eine Handvoll NPD-Anhänger, nach Polizeiangaben zunächst lediglich sieben, hatten sich am Rathausplatz versammelt und agitierten gegen Einwanderung und den Islam. Die Gegendemonstranten hielten mit Trillerpfeifen und Sprechchören dagegen und positionierten sich deutlich gegen Nazis und für eine Willkommenskultur. Auch die Kirchenglocken läuteten. Nach Angaben der Polizei gab es keine größeren Zwischenfälle, von elf Personen sei die Identität festgestellt worden.

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