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Würzburg:Keine Bewerbung als Kulturhauptstadt

Bei der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 deutete bislang manches auf einen innerfränkischen Konkurrenzkampf hin. Aus dem Duell zwischen der mittelfränkische Metropole Nürnberg und der unterfränkischen Hauptstadt Würzburg dürfte jetzt aber nichts werden. Zwar hat sich der Nürnberger Stadtrat vor sechs Wochen mit großer Mehrheit für eine Bewerbung entschieden. Die Würzburger Verwaltung schlägt dem Stadtrat nun aber vor, die Vorbereitungen für eine Bewerbung nicht weiter zu verfolgen. In einer Beschlussvorlage für den Kulturausschuss heißt es, eine "parallele Bewerbung der Stadt Würzburg aus der gleichen Region heraus" halte man nicht für Erfolg versprechend. Zwar müssen die Stadträte am Donnerstag noch über die Vorlage abstimmen. Aber selbst FDP-Stadtrat Joachim Spatz, der den Antrag für eine gemeinsame Bewerbung der Stadt und des Bezirks Unterfranken eingebracht hatte, winkt ab. "Wenn die Stadt nicht voll hinter so einem Projekt steht, hat man wenig Chancen." Die Möglichkeit, dass die Stadträte gegen den Vorschlag der Verwaltung stimmen könnten, sei äußerst gering.

Nachdem Erlangens Kulturreferent Dieter Rossmeissl im Januar 2015 eine Bewerbung der Metropolregion Nürnberg ins Spiel gebracht hatte, hatten sich auch in Unterfranken Sympathisanten für eine Bewerbung zu Wort gemeldet. Würzburg gilt als bedeutende europäische Kulturstadt, die Residenz Balthasar Neumanns samt Deckenfresko Tiepolos bekam 1981 von der Unesco als erste Stätte in Bayern den Titel als Weltkulturerbe zugesprochen. Richtig in Gang war die Debatte um eine Bewerbung Würzburgs aber nie gekommen. Offensiv sprach sich lediglich die unterfränkische FDP dafür aus. Würzburgs Verwaltung argumentiert jetzt, im infrage kommende Zeitraum für eine Bewerbung müsse man die Landesgartenschau 2018 vorbereiten. Dies sei nicht ohne "zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen zu bewältigen". Immerhin rechne Nürnberg mit Kosten von etwa fünf Millionen Euro allein für die Bewerbungsphase bis 2020.

Auch nach einem Rückzug Würzburgs wird Nürnbergs Bewerbung freilich nicht zum Selbstläufer. Klar ist nur, dass 2025 eine deutsche Stadt den Titel tragen wird. Unter Nürnbergs Mitbewerbern werden auch zwei Landeshauptstädte sein: Dresden und Magdeburg.

© SZ vom 01.02.2017

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