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Uni-Atlas Bayern:Wo Studenten in Eichstätt günstig wohnen können

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Illustration: Korbinian Eisenberger

Immer zu Semesterbeginn wird es eng in Eichstätt: Wenn auf einmal Hunderte Studenten ein Zimmer suchen, führt das in einer Stadt mit nur 13.000 Einwohnern manchmal zu Problemen.

Von Martin Moser

Vor ein paar Jahren ist unter Eichstätter Studenten ein Gerücht umgegangen: Irgendwo in der Stadt sei gerade einer in ein Badezimmer gezogen. Auf jeder weiteren Party wurde die Geschichte dann ausgebaut: Frühstücken muss der arme Kerl auf dem Klo und schlafen in der Badewanne. Der Wohnraum in Eichstätt ist tatsächlich begrenzt. In einem Flusstal lassen sich nun mal nicht beliebig viele Häuser bauen. Und wenn - wie zum Semesterbeginn im Winter - auf einmal Hunderte Menschen ein Zimmer suchen, führt das bei einer Stadt mit etwas mehr als 13 000 Einwohnern schnell zu Platzproblemen.

Eichstätt ist ein Sonderfall unter den Unistädten in Bayern: Das Studentenwerk bietet hier keinen einzigen Platz in einem Wohnheim an. Stattdessen gibt es einige private Wohnanlagen für Studenten und die Wohnheime des kirchlichen St. Gundekar-Werks. Wer sich frühzeitig für einen der Plätze bewirbt, kann dort noch günstig wohnen. Zum Beispiel im Edith-Stein-Wohnheim, beste Lage in der Innenstadt, ab 206 Euro Warmmiete. Das sind Preise, die sich auf dem freien Markt auch in Eichstätt so kaum noch finden. Mit etwas Glück bekommt man aber für 250 Euro ein WG-Zimmer in der Altstadt. Wer zu spät dran ist und in Eichstätt nichts mehr findet, kann sich auch in den umliegenden Gemeinden umsehen. Die Mietpreise sind dort günstiger, doch die meisten Studenten zieht es nach ein oder zwei Semestern wieder weg von Dörfern wie Preith oder Pfünz. Denn der öffentliche Nahverkehr ist hier bei weitem nicht so gut ausgebaut wie in den bayerischen Ballungsräumen um Nürnberg oder München - und die Eichstätter Busverbindungen sind einfach nicht partytauglich.

Noch weitaus angespannter ist der Mietmarkt am zweiten Standort der Uni: "Ingolstadt ist ein echter Brennpunkt in Bayern", sagt Uwe Scheer vom Studentenwerk Erlangen-Nürnberg. München spiele zwar weiter in einer anderen Liga, aber es sei in Ingolstadt ähnlich schwer wie etwa in Erlangen, an günstigen Wohnraum zu kommen. Das Studentenwerk betreibt hier zwar einige Wohnheime, doch die reichen nicht aus. In Ingolstadt gibt es zudem nicht nur die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der KU mit ihren Studenten, sondern auch eine technische Hochschule mit mehr als 5000 Studierenden, die ebenfalls eine Wohnung suchen.

Nach den Gerüchten in Eichstätt hat sich übrigens ein Reporter des Uniradios auf die Suche nach dem Badezimmerstudenten gemacht. Der hat tatsächlich in einem gefliesten Zimmer mit Rohrleitungen gewohnt. Die Sache mit dem Klo und der Badewanne blieben ihm aber erspart, er durfte dann doch am Tisch frühstücken und in einem echten Bett schlafen.

© SZ vom 27.06.2016

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