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Verschwundenes Mädchen:Welche neuen Ermittlungschancen es nun gibt

Auch ein Verwandter von ihm, der in der Nachbarschaft von Peggy und ihrer Mutter in Lichtenberg lebte, zählte zum Kreis der Verdächtigen. Aber auch gegen ihn wird längst nicht mehr ermittelt.

Der Fundort

Die Skelettteile von Peggy fand ein Pilzsammler im Grenzgebiet zwischen Oberfranken und Thüringen, zwischen Nordhalben und Rodacherbrunn. Es ist ein großes Waldstück, das als gutes Pilzgebiet gilt. Peggys Heimatort Lichtenberg liegt 15 Kilometer entfernt, so weit waren die Suchmannschaften damals aber nicht gekommen. Hubschrauber und sogar Tornados der Bundeswehr waren 2001 im Einsatz. Auch Jahre später wurde immer wieder nach Peggy gefahndet, erst im vergangenen Jahr suchten Taucher an einer Talsperre in Sachsen nach ihr. Vergebens.

Karte Fundort Peggy

Quelle: SZ-Karte

Der Pilzsammler nun stieß am Samstag zufällig auf Knochenreste. Daraufhin durchforstete die Polizei den Wald mit Hundertschaften, auch am Dienstag waren noch Beamte aus Bayern und Thüringen in einem Radius von etwa 100 Metern um den Fundort unterwegs. Neben den Knochen wurden auch Gegenstände gefunden, welche genau, das wollen die Ermittler nicht preisgeben. Auch Täter lesen Zeitung, sagt Potzel. Details wären also Täterwissen.

Der Heimatort

Das oberfränkische Städtchen Lichtenberg im Kreis Hof, malerisch auf einem Hügel im Frankenwald gelegen, ist seit 15 Jahren untrennbar mit dem Fall Peggy verbunden. Das hat dem Ort zweifelhafte Bekanntheit eingebracht, auf die die Einwohner gerne verzichten würden. Immer wieder sind die Ermittler in die Stadt gekommen, in ihrem Gefolge die Journalisten, mit denen die meisten Lichtenberger gar nicht mehr reden wollen. Schon gar nicht, nachdem auch Verschwörungstheorien die Runde machten, wonach Peggy zur Arbeit in einem böhmischen Kinder-Bordell gezwungen wurde.

Bürgermeister Holger Knüppel hält den Fund jetzt für einen "Schlüssel dafür, dass der Ort endlich zur Ruhe kommen kann". Nicht nur sei die 15-jährige Suche "zermürbend" gewesen. Es bleibe auch die Angst, dass da ein Kindermörder frei herumlaufe, "und womöglich nahe bei uns".

Neue Ermittlungschancen

Ob womöglich noch Fremd-DNA am Skelett oder einem der gefundenen Gegenstände festgestellt werden kann, ist offen. Feuchtigkeit und Fäulnis auf dem Waldboden können so einen Fund zum "Glückstreffer" werden lassen, sagt der ehemalige Soko-Chef Manhart. Würde genetisches Material von einer Person gefunden, mit der Peggy unterwegs war, würde das nicht zwingend zum Mörder führen. Auch mit später Verdächtigten war Peggy oft unterwegs, "die reine DNA allein muss da nicht weiterführen", sagt Manhart. Er hofft auf den Fund von "Fremd-DNA, die nicht zu Peggys damaligem Umfeld passt". Das, sagt Manhart, "wäre der Sechser im Lotto".

Ulvi K.

Dass K. noch einmal ins Visier der Ermittler geraten könnte, hält Thomas Saschenbrecker, der Anwalt von K., für "nahezu ausgeschlossen". Auch dann, wenn genetisches Material von ihm am Fundort entdeckt würde. Ulvi K. wurde vom Mordvorwurf freigesprochen, wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern befindet er sich aber weiter im Maßregelvollzug. Dieser ist zur Bewährung ausgesetzt. Das heißt, Ulvi K. lebt als weithin freier Mann in einem Heim für Behinderte. "Noch einmal anklagen würde ihn mit Sicherheit kein Staatsanwalt", sagt Saschenbrecker. Wenn überhaupt würde die Bewährung aufgehoben. Aber das sei alles "rein theoretisch".

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