Verkehr:Qualvolle Staus

Verkehr: Am Grenzübergang Kiefersfelden/Kufstein wird seit 2015 kontrolliert. Das führt zu langen Staus.

Am Grenzübergang Kiefersfelden/Kufstein wird seit 2015 kontrolliert. Das führt zu langen Staus.

(Foto: Claus Schunk)

Kiefersfelden leidet unter Mautvermeidern und Grenzkontrollen

Von Matthias Köpf, Kiefersfelden

Am vergangenen Wochenende ist es so gewesen, und am kommenden wird es wieder so sein, sagt Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber. Wenn es die Skifahrer in die Berge zieht, versinken Kiefersfelden, Oberaudorf und die Tiroler Nachbarorte Kufstein, Ebbs und Niederndorf im Stau. Denn seit 2013 verlangen die Österreicher auch für die paar Autobahnkilometer bis zur ersten Ausfahrt Kufstein Süd ihre Maut. Wer nicht zahlen mag, fährt vorher ab und quält sich durch die Orte. Zu den Mautvermeidern kommen seit 2015 diejenigen, die entweder die Grenzkontrolle auf der Autobahn oder deren Rückstau umfahren wollen. Denn an der Landstraße zeige die Bundespolizei zwar ab und zu Präsenz, sagt Gruber. Intensiv kontrolliert werde aber kaum. Jetzt hoffen die Gemeinden auf das Treffen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit seinem neuen österreichischen Kollegen Herbert Kickl (FPÖ) an diesem Donnerstag.

Dass man an den Grenzkontrollen festhalten werde, hat Herrmann aber schon betont. Ihm geht es bei dem Thema vor allem um die Lage bei Passau, wo der deutsche Kontrollpunkt samt dem Rückstau gut sieben Kilometer im Landesinneren liegt. Außerdem soll es bei dem Treffen in München darum gehen, dass Polizei und Feuerwehr aus Bayern, die zu Notfällen ins Nachbarland ausrücken, auf der Rückfahrt keine Maut bezahlen müssen, wie sie Österreichs Autobahngesellschaft neuerdings von ihnen verlangt. Auch Rettungsorganisationen wie das BRK sind von dieser neuen Mautpflicht betroffen, obwohl zum Beispiel ein Einsatzleitwagen aus dem Berchtesgadener Land fester Teil der Alarmpläne in Salzburg ist. Die Bergwacht Chiemgau musste sogar schon Strafe zahlen, weil eine Fahrt über die Grenze hinterher nicht als Notfalleinsatz akzeptiert wurde.

Dieses spezielle Problem gibt es auch in Kiefersfelden und Kufstein, doch was den dortigen Dauerstau an den Wochenenden betrifft, ist Hajo Gruber weniger zuversichtlich. Wenn es nicht gelinge, die Kontrollen an die Schengen-Außengrenze zu verlagern, solle wenigstens das ehemalige Autobahnzollamt reaktiviert werden, um dort wieder so fließend zu kontrollieren wie vor Österreichs Beitritt. Was die Maut bis Kufstein betrifft, fordern die Gemeinden eine Rückkehr zur alten Freistellung. Die Kufsteiner behelfen sich so lange jeden Samstag mit einer Ampel, die zusätzlich einen Stau auf freier Strecke verursacht und so die Mautvermeider abschrecken soll. Die Kiefersfeldener Gemeinderäte denken nun über so eine Ampel in der anderen Richtung nach. Dagegen sprächen laut Gruber das Zusammenwachsen der Region und Bayerns Behörden.

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