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Unwetter:Hochwasser im Landkreis Weilheim-Schongau richtet Schaden von 15 Millionen an

Unwetter in Bayern

In der oberbayerischen Gemeinde Polling gab es am Sonntag großflächige Überschwemmungen.

(Foto: dpa)
  • Unwetter mit starkem Regen und zum Teil kräftigen Gewittern haben vielen Menschen in Bayern erneut zu schaffen gemacht.
  • Erst am Sonntagabend hebt das Landratsamt Weilheim-Schongau den Katastrophenfall für das Gebiet rund um die Gemeinde Polling auf.
  • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einzelnen, teils kräftigen Gewittern am Montagnachmittag und Abend.

Nach den schweren Regengüssen im Landkreis Weilheim-Schongau hat sich die Lage rund um die Gemeinde Polling am Sonntagabend zumindest vorübergehend wieder entspannt. Das Landratsamt Weilheim-Schongau hob den Katastrophenfall für das Gebiet auf. "Die Pegel sind rückläufig", sagte Sprecher Hans Rehbehn. Einsatzkräfte seien aber weiter vor Ort und pumpten Wasser ab.

Bei heftigen Regenfällen waren vor allem in Polling Straßen überflutet worden und Keller vollgelaufen. Das Hochwasser hat im ganzen Landkreis einen Schaden von bis zu 15 Millionen angerichtet. Allein in Polling würden die Schäden auf rund sieben Millionen Euro beziffert, sagte Hans Rehbehn vom Landratsamt in Weilheim. Auch in Peißenberg standen am Sonntag nach sintflutartigem Regen zahlreiche Keller unter Wasser.

Rund 100 Haushalte und Gewerbebetriebe sind betroffen. "Das ist ein ganz anderes Hochwasser, als wir es bisher kannten", sagte Pollings Bürgermeisterin Felicitas Betz. "Ich bin seit sieben Uhr in der Früh hier auf den Beinen. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet."

Ein Katastrophenfall (Katal) wird dann ausgelöst, wenn ein Notfall die besondere Koordination der Hilfskräfte verlangt beziehungsweise für dessen Bewältigung die technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der normalerweise zuständigen Gemeinden nicht ausreichen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Wasserwacht waren mit rund 670 Helfern in dem 3500-Einwohner-Ort Polling im Einsatz. Mit Hochleistungspumpen versuchten sie, einen Dammbruch zu verhindern. Rund 10 000 Sandsäcke wurden dafür angefordert.

Das Wetter hat sich allgemein in der Nacht nach tagelangen Regengüssen vorerst beruhigt. Auch im Raum Aschaffenburg verlief die Nacht nach Unwettern am Abend ruhig, wie die Polizei am Morgen mitteilte. Doch es bleibt wohl nur eine kurze Verschnaufpause. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einzelnen, teils kräftigen Gewittern am Nachmittag und Abend. Diese könnten vor allem im Alpenvorland, an den Alpen und an den Mittelgebirgen unwetterartig ausfallen.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Umweltministerin Ulrike Scharf (beide CSU) kündigten am Montag bei einem Besuch in Polling und Peißenberg staatliche Hilfen für die Opfer an. Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) zeigte sich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft vieler Bürger und vom Einsatz der Rettungskräfte. Sie hatte am Sonntag den Katastrophenfall erklärt, nachdem Teile des Landkreises überflutet worden waren.

In weiteren Teilen Bayerns hatte es am Wochenende erneut heftig gewittert. Allein in Niederbayern zählte die Einsatzleitung in den Abendstunden am Samstag 140 Notrufe. Umgefallene Bäume blockierten Straßen, Keller und Tiefgaragen liefen voll, Straßen und Unterführungen waren überschwemmt oder verschlammt.

Besonders heftig war der Regenfall in den Landkreisen Altötting, Landshut, Straubing und Deggendorf. "In Osterhofen wurde sogar ein Spitzenwert von 53 Litern Regen pro Quadratmeter und Stunde gemessen", sagte ein DWD-Meteorologe. Verletzte gab es nicht.

In dem kleinen Kurort Bad Abbach im Landkreis Kelheim löste ein einschlagender Blitz einen Wohnhausbrand aus. Es entstand ein Schaden von 400 000 Euro. Verletzte gab es nicht.

Vier Verletze bei Blitzeinschlag im Main-Spessart

Im unterfränkischen Steinmark im Landkreis Main-Spessart fuhr ein Blitz in ein Wohnhaus und entfachte einen Brand. Wie die Polizei mitteilte, erlitten vier Bewohner leichte Verletzungen, als sie aus dem brennenden Gebäude flüchteten. Der Schaden beträgt 100 000 Euro. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten am Abend ebenfalls leicht verletzt. Die Hausbewohner kamen bei Nachbarn unter.

In Oberdachstetten in Mittelfranken sei eine Straße neben einer Bahnlinie überflutet worden, sagte der Leiter der Integrierten Leitstelle Ansbach. Die Bahnstrecke Treuchtlingen-Würzburg musste streckenweise gesperrt werden.