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Verkehrsunfallstatistik:Mehr Unfälle und Verletzte in Bayern

  • Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf Bayerns Straßen 410.252 Unfälle, das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 618 Menschen verstarben, das sind zehn Personen mehr.
  • Laut Polizei und Innenministeriums liegt das unter anderem daran, dass immer mehr Menschen im Straßenverkehr unterwegs sind.
  • Fast jeder vierte Verkehrstote in Bayern war ein Motorradfahrer.

Die Zahl der Verkehrsunfälle und dabei Verletzten ist in Bayern gestiegen. Das teilte das Bayerische Innenministerium in München mit. Demnach ereigneten sich im vergangenen Jahr auf Bayerns Straßen 410.252 Unfälle, das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 70.301 Menschen; 618 Menschen verstarben, das sind zehn Personen mehr.

Aus Sicht von Polizei und Innenministeriums gehen die erhöhten Unfallzahlen unter anderem darauf zurück, dass immer mehr Menschen im Straßenverkehr unterwegs sind. Tatsächlich hat sich die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im Freistaat seit 2011 um 13,6 Prozent erhöht - auf rund zehn Millionen. Das Kfz-Wachstum ist damit stärker als das Bevölkerungswachstum.

Auch das früh einsetzende Frühjahrswetter hat seinen Teil zur Erhöhung beigetragen, weil viele Motorradfahrer früher in die Saison starteten. Mit 147 Menschen war fast jeder vierte Verkehrstote in Bayern ein Motorradfahrer. Verglichen mit dem Anteil am Verkehr sei dies eine "überproportionale Zahl", sagte Innenminister Joachim Herrmann. Man werde "weiter hart daran arbeiten", die Straßen noch sicherer zu machen. Dazu zählten unter anderem verstärkte Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen. Vorschriften seien zum Schutz der Verkehrsteilnehmer, "nicht zu ihrem Ärgernis".

Gefährlich bleiben weiter die Landstraßen. Hier starben mit 391 Unfalltoten mehr als die Hälfte aller Verunglückten. Ursache Nummer Eins: erhöhte Geschwindigkeit. Jeder fünfte Verkehrstote war auch nicht angeschnallt. Gegen eine andere Gefahr auf den Landstraßen läuft dagegen seit vergangener Woche ein Pilotprojekt. Auf einigen Strecken in Ost- und Nordbayern wird ein Wildwarnsystem getestet. Die mit Sensoren ausgerüsteten Geräte werden an die weißen Straßenleitpfosten angeschraubt. Sie schlagen Alarm, sobald sie Wärmequellen neben der Straße erfassen. Die Zahl der Wildunfälle ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: von rund 55 000 im Jahr 2009 auf 76 000 im vergangenen Jahr. Etwa jeder fünfte Autounfall im Freistaat ging damit zuletzt auf einen Zusammenstoß mit Wildtieren zurück.

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