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Umwelt:Naturschützer fordern Schutz von Steigerwald

Die Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), ein 2000 Hektar großes Wald-Naturschutzgebiet an der Donau auszuweisen, hat die Erwartungen der Umweltschützer im Freistaat hochgeschraubt. Sie fordern nun weitere Wald-Schutzgebiete in Bayern. Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste steht der fränkische Steigerwald mit seinen uralten Buchenwäldern. Der "Freundeskreis Nationalpark Steigerwald" hat bereits eine Gebietskulisse für ein solches Schutzgebiet erarbeitet. Nach seinen Vorstellungen soll es den "Hohen Buchenen Wald" im Norden der Gemeinde Ebrach und den Stollberger Forst umfassen. Der Hohe Buchene Wald ist der einstige Klosterwald der Zisterzienser-Abtei in Ebrach. Mit seinen bis zu 300 Jahre alte Baumriesen zählt er zu den ökologisch wertvollsten Buchenwäldern in Deutschland. Das neue Schutzgebiet würde etwa 1200 Hektar Wald umfassen.

Die Forderung der Umweltverbände - unter ihnen der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz und der WWF - ist pikant. Denn der Hohe Buchene Wald ist eng mit dem Streit um einen Nationalpark im Steigerwald verbunden, der seit Jahren in der Region tobt. Außerdem war er bereits einmal Schutzgebiet. Der frühere Bamberger Landrat Günther Denzler (CSU) hatte ihn im Frühjahr 2014 zu einem geschützten Landschaftsbestandteil erklärt. Diese Art Schutzgebiet war seinerzeit die einzige, die ein Landrat ohne Zustimmung anderer Behörden ausweisen konnte. Denzlers Grund für diesen Schritt war, dass die Mehrheit der Bevölkerung in der Region und die CSU bis weit hinein in die Staatsregierung gegen einen Nationalpark im Steigerwald waren. Mit dem Schutzgebiet wollte er sicherstellen, dass der frühere Klosterwald nicht angetastet werden kann und damit die Basis für einen Nationalpark erhalten bleibt. Die Nationalpark-Gegner, allen voran der Innenstaatssekretär und Chef des Anti-Nationalpark-Vereins "Unser Steigerwald", Gerhard Eck (CSU), tobten. Auf ihren Druck hin änderte die Staatsregierung das bayerische Naturschutzgesetz und widerrief den geschützten Landschaftsbestandteil. Die neue Forderung, den Hohen Buchenen Wald unter Schutz zu stellen, ist eine Genugtuung für Denzler. Er war stets überzeugt, dass die Rufe nach mehr Naturschutz im Steigerwald nicht verstummen werden.