Umwelt Höfe und Arten schwinden

Naturschützer und Landwirte sehen Zusammenhang

Naturschützer und Bauern sehen eine klare Beziehung zwischen dem Artenschwund und dem Sterben der kleinen Bauernhöfe. "In den letzten zehn Jahren mussten mehr als 12 000 Höfe in Bayern schließen", sagte der Vorsitzende des Bund Naturschutz, Richard Mergner, am Freitag. "Der Zusammenhang zwischen dem Hofsterben und dem Verlust der Artenvielfalt ist klar erkennbar." Mergner betonte, dass das Volksbegehren beide "schlimmen Trends umkehren will". Vor allem die Biobauern teilen die Einschätzung. "Aus Verantwortung für unsere Kinder und Enkelkinder, aus Verantwortung für die Schöpfung müssen wir das Volksbegehren zum Erfolg führen", sagte der Freisinger Biobauer Josef Braun, der für seine schonende Bodenbewirtschaftung überregional bekannt ist. Auch Vertreter der konventionellen Landwirtschaft warben für das Volksbegehren. "Wir arbeiten seit zehn Jahren erfolgreich mit Berufsimkern zusammen", sagte Jakob Niedermaier von der Sternenfair-Milchvermarktung, die von konventionell wirtschaftenden Milchbauern beliefert wird. Derweil wurde damit gerechnet, dass das Volksbegehren am Freitag in etlichen Kommunen die Zehn-Prozent-Hürde nimmt. Allen voran in München, wo sich bis Donnerstagabend 9,54 Prozent der Wahlberechtigten in die Unterstützerlisten eingetragen hatten. Unter dem Eindruck dieses Erfolgs hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits einen Runden Tisch zum Erhalt der Artenvielfalt angekündigt. Bis zum Frühsommer soll ein umfassender Gesetzesentwurf erarbeitet werden.