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Transplantation:Weniger Organspender

Gesundheitsministerin Huml wirbt für wieder mehr Bereitschaft

Die Zahl der Organspenden in Bayern stagniert. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) nach Auswertung der aktuellen Zahlen. Demnach gab es in diesem Jahr bis Ende September 92 Organspender im Freistaat. "Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren es insgesamt 108 Spender", bestätigte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag. Der Rückgang der Spendenbereitschaft in der Bevölkerung wurde seit 2012 beschleunigt durch eine Reihe von bundesweiten Transplantationsskandalen - ausgelöst dadurch, dass Mediziner Krankenakten gefälscht hatten, um ausgewählte Patienten bevorzugt mit Spenderorganen versorgen zu können. Obwohl die Vorwürfe strengstens überprüft wurden und die große Mehrheit der Transplantationszentren nachweisen konnte, sich keiner schwerwiegenden Richtlinienverstöße schuldig gemacht zu haben, das Misstrauen blieb und die Spenderrate sank rapide.

Aktuell warten in Deutschland mehr als 10 000 Menschen auf ein neues Organ, circa 1500 davon allein in Bayern. Für sie ist die Transplantation die einzige Möglichkeit, um überleben oder die Lebensqualität erheblich verbessern zu können. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wirbt deshalb verstärkt für Organspenden. "Mein Ziel ist, dass sich die Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen", sagte die Ministerin am Donnerstag. Wer selbst die Entscheidung treffe, ob er im Todesfall seine Organe zur Rettung schwerstkranker Menschen zur Verfügung stellt, der entlaste damit "seine Familie in schweren Stunden", betonte Huml. Finde sich nämlich kein Organspendeausweis, so träten Klinikärzte in der Regel an die Angehörigen heran, ob sie die Organe des Verstorbenen für die Entnahme freigeben. "Ein Organspendeausweis schafft da Klarheit", sagte die Ministerin. Ihr Haus wirbt derzeit auch mit Videoclips für mehr Organspenden.