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Terror:Paris-Attentäter wahrscheinlich in Bayern als Flüchtling registriert

"Es spricht im Moment sehr viel dafür", sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Von Heiner Effern und Jan Bielicki

Einer der Terroristen von Paris ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zufolge womöglich in Bayern als Flüchtling registriert worden. "Es spricht sehr viel dafür, dass einer der Attentäter von Paris im Warteraum Feldkirchen registriert worden und von dort weiter nach Frankreich gereist ist", sagte Herrmann nach einem Telefongespräch mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstagabend in Berlin. Der Mann habe sich auch in Griechenland, Serbien und Kroatien mit einem syrischen Pass registrieren lassen, der wohl gefälscht sei.

Herrmann sprach davon, dass der Attentäter mit Absicht die Spur so gelegt haben könnte. Das werde dazu führen, dass die Sicherheitslage an den Grenzen in Deutschland noch mehr diskutiert würde. "Das ist kein Flüchtling, der zum Terrorist geworden ist, sondern ein Terrorist", sagte Herrmann der Süddeutschen Zeitung.

Bei dem Mann könnte es sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden um einen der drei Selbstmordattentäter handeln, die sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich - Deutschland vor der Fußballarena Stade de France im Norden von Paris in die Luft gesprengt hatten. In der Nähe der Leiche eines der Täter hatten die Ermittler einen syrischen Pass gefunden. Dieser war auf einen 25-jährigen Syrer mit dem Namen Ahmad al-Mohammad ausgestellt.

Unter diesem Namen war der Mann bereits am 3. Oktober als Flüchtling auf der griechischen Insel Leros registriert worden, wobei die griechischen Behörden auch Fingerabdrücke genommen hatten. Er reiste weiter auf der von Flüchtlingen genutzten Balkanroute. Wenige Tage später stellte er im serbischen Presevo einen Asylantrag, wurde jedoch bereits tags darauf in einem Flüchtlingslager in Kroatien erneut registriert.

© SZ vom 25.11.2015/dayk
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