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Sturmtief:"Bianca" wirbelt durch Bayern

Umgestürzte Bäume, Unfälle und gesperrte Bahnstrecken

Das Sturmtief Bianca hat in Bayern am Freitag Chaos angerichtet: Umgestürzte Bäume blockierten Stromleitungen und Straßen. Glatteis führte zu zahlreichen Unfällen und liegen gebliebenen Fahrzeugen. Auch der Bahnverkehr in Bayern stand teilweise still. Wann alle Störungen behoben sein sollten, war nach Angaben der Einsatzkräfte zunächst unklar. Noch am Nachmittag waren die Strecken zwischen Tutzing und Kochel, Tutzing und Murnau sowie Murnau und Oberammergau gesperrt. Auch in Nordbayern standen die Züge zwischen Zirndorf und Cadolzburg zunächst still. Beim Meridian, der Bayerischen Oberlandbahn und der Bayerischen Regiobahn wurden die meisten Probleme bis zur Mittagszeit behoben. Die Strecke zwischen Holzkirchen und Bruckmühl blieb vorerst gesperrt, wie der private Betreiber mitteilte.

Oberbayern hatte besonders unter dem Sturm zu leiden: In der Nacht auf Freitag rückten die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 288 Mal aus, weil Äste oder Bäume die Fahrbahn blockierten. Ihre Kollegen vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord zählten rund 180 sturmbedingte Einsätze. In dem Gebiet der beiden Präsidien kam es infolge des Sturms zu mehr als 60 Unfällen, meistens ohne Verletzte.

Aber auch in Franken waren die Einsatzkräfte durch den Sturm im Dauereinsatz. Die Feuerwehr im Bereich Würzburg registrierte abends 106 Einsätze, weil Bäume oder liegen gebliebene Autos die Straßen blockierten. Im Landkreis Main-Spessart standen mehrere Lastwagen quer oder rutschten in den Graben, ein Lkw drohte abzurutschen. In der Oberpfalz rückten die Einsatzkräfte bis in die frühen Morgenstunden zu 43 Unfällen und 24 Einsätzen wegen liegen gebliebener Fahrzeuge aus.

In Blaibach (Landkreis Cham) riss ein Baum eine Stromleitung ab, das Transformatorhaus brannte daraufhin. Die rund 50 betroffenen Haushalte sollten ab dem Nachmittag wieder mit Strom versorgt werden. Im gesamten Netzgebiet des Bayernwerks von Unterfranken bis Oberbayern kam es ebenfalls zu Stromausfällen. Rund 40 000 Haushalte waren betroffen, die meisten waren am frühen Morgen wieder am Netz.

© SZ vom 29.02.2020 / dpa
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