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Strom und Wasser:Energieversorgung ist sicher

Hauptumspannwerk Menzing, 2019

Der Strom wird in Bayern auch in der Krise weiter fließen.

(Foto: Florian Peljak)

Verbandschef sieht Unternehmen mit Notfall-Plänen gut vorbereitet

Die Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme, Wasser ist auch in der Corona-Krise sicher. Das hat jüngst der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (vbew) betont. "Die Energie- und Wasserwirtschaft ist sehr gut vorbereitet", sagt Verbandschef Detlev Fischer. "Die Unternehmen haben weitreichende organisatorische Maßnahmen getroffen und die für den Eintritt größerer Störungen ohnehin vorhandenen Redundanzkonzepte geprüft, um die Versorgungssicherheit auch bei einer länger andauernden Pandemie zu gewährleisten." Auch RWE und der Eon-Nachfolger Preußen-Elektra, die die beiden letzten bayerischen Atomkraftwerke Gundremmingen und Isar 2 betreiben, versichern, sehr gut auf die Krise vorbereitet zu sein. Die beiden Reaktoren produzieren fast 40 Prozent des Stroms, der in Bayern verbraucht wird.

In beiden Atomanlagen sind demnach interne Pandemie-Notfallpläne in Kraft. Das heißt, dass die Zugangsregelungen verschärft, die Besucherzentren geschlossen und Besuche von Gruppen abgesagt wurden. Außerdem habe man die Mitarbeiter, vor allem die Schichtmannschaften, die die Reaktoren fahren, besonders für Hygienemaßnahmen sensibilisiert. In den Kasinos und Brotzeiträumen von Isar 2 dürfen sich laut einem Kraftwerkssprecher nicht mehr als 30 Personen aufhalten. Außerdem habe man Dienstreisen untersagt. In Gundremmingen hätten nur noch die Bedienungsmannschaften und externe technische Dienstleister Zutritt zum Kraftwerk, erklärte ein RWE-Sprecher. Verwaltungsleute und andere Mitarbeiter befänden sich im Home-Office. Bislang gebe es denn auch keinerlei Auswirkungen auf die Stromproduktion. Allerdings geht Gundremmingen an diesem Freitag vom Netz. Der Reaktor wird heruntergefahren, weil sich Anfang März bei einer routinemäßigen Kontrolle Hinweise auf ein defektes Brennelement ergaben. Dieses soll nun ausgetauscht werden. Die Arbeiten dauern zehn bis 14 Tage. Anschließend geht der Reaktor wieder ans Netz. Bereits im Juni findet dann die Revision für das laufende Betriebsjahr statt. Sie dauert einen Monat, in der Zeit steht der Reaktor ebenfalls still.

Verbandschef Fischer betont, dass die oberste Sorge aller Versorgungsunternehmen der Gesundheit des Personals und der Bedienungsmannschaften gelte. Zumal anders als etwa bei einem Hochwasser die technischen Anlagen selbst weder betroffen, noch in ihrer Funktion gefährdet seien. Auch ein Risiko für die Trinkwasserversorgung schließt Fischer aus. Trinkwasser werde in Bayern hauptsächlich aus Grundwasser gewonnen. Dies gewährleiste gleichsam von Natur aus eine hohe Sicherheit gegenüber allen Einträgen von außen. Außerdem lägen bisher keine Erkenntnisse vor, dass sich das Coronavirus über das Grundwasser verbreiten könne.

© SZ vom 20.03.2020 / cws
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