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Olympia 1936 in Garmisch-Partenkirchen:Spiele unterm Hakenkreuz

1936 war Garmisch-Partenkirchen Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Doch damals ging es nicht nur um sportliche Wettkämpfe, die Spiele sollten vor allem ein perfektes Nazi-Deutschland präsentieren. Eine Auswahl historischer Bilder.

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Garmisch-Partenkirchen Winter Olympic Poster

Quelle: Getty Images

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Wintersportort Garmisch-Partenkirchen: Bei der Ski-Weltmeisterschaft kämpfen derzeit mehr als 500 Athleten aus 70 Nationen um die begehrten WM-Titel. 2018, so hoffen die Verantwortlichen, soll es dann um olympische Medaillen gehen. Garmisch-Partenkirchen wäre dann zum zweiten Mal Austragungsort für die Olympischen Winterspiele. Von 6. bis 16. Februar 1936 fanden in dem Ort am Fuße der Zugspitze schon einmal die Olympischen Spiele statt. Während die Skistars heute Maria Riesch und Kathrin Hölzl heißen, fieberten die Zuschauer damals mit der glamourösen Eiskunstläuferin Sonja Henie aus Norwegen oder ihrem Landsmann Birger Ruud mit.

Doch es gab auch einer Kehrseite der Medaille: Bei den IV. Olympischen Winterspielen im Jahr 1936 ging es nicht nur um spannende Wettkämpfe unter internationalen Athleten. Es war vor allem ein Großereignis, das vom Nationalsozialismus geprägt war.

sueddeutsche.de zeigt historische Bilder von den Olympischen Spielen zwischen Medaillenkämpfen und Nazi-Propaganda.

Text: Doris Mosandl; Bildauswahl: Daniel Hofer/sonn/bgr

A competitor

Quelle: Getty Images

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Schon 1936 waren die Winterspiele ein sportliches Großereignis: Insgesamt nahmen 646 Athleten aus 28 Nationen teil. Ausgetragen wurden 17 Wettkämpfe in den Disziplinen Bobfahren, Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Ski alpin und Ski nordisch.

Bobsleigh

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Mit von der Partie waren auch die Bobfahrer aus der Schweiz. Im Bild sind Fritz Feierabend und Joseph Beerli zu sehen, die im Zweierbob die Silbermedaille holten. Funktionale Rennanzüge gab es damals allerdings noch nicht - ein dicker Wollpullover musste warmhalten.

Winter Olympics

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Diese jungen Herren aus Schweden überzeugten weniger mit ihren Händchen für ausreichend lange Anzughosen, dafür aber mit ihrem sportlichen Können. Die schwedischen Langläufer belegten die ersten Plätze in der 50-Kilometer-Distanz: Gold ging an Elis Wiklund, Silber an Axel Wikström, Bronze an Nils-Joel Englund - und Hjalmar Bergstrom musste sich mit dem vierten Platz zufriedengeben.

OLY-WINTER-1936-FIGURE SKATING-SONJA HENIE

Quelle: AFP

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Sehr viel adretter kam da Sonja Henie daher. Die Norwegerin gilt noch immer als erfolgreichste Einzel-Eiskunstläuferin in der Geschichte. Insgesamt holte sie zehn WM-Titel und drei Mal olympisches Gold - unter anderem auch bei den Spielen in Garmisch-Partenkirchen. Nach dem Ende ihrer Sport-Karriere zog es die Norwegerin nach Hollywood, wo sie als Schauspielerin Erfolge feierte. Zu ihren bekanntesten Filmen zählte Sun Valley Serenade (deutscher Titel: Adoptiertes Glück).

Birger Ruud

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Hechtsprung von der Schanze: Zu den Publikumslieblingen zählte damals auch der Skispringer Birger Ruud. Der Norweger holte in Garmisch-Partenkirchen die Goldmedaille.

Olympic Tower

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Doch die Olympischen Winterspiele von 1936 hatten eine Schattenseite. Das sportliche Großereignis - es kamen mehr als 500.000 Besucher - wurde von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken missbraucht.

Adolf Hitler und Karl Ritter von Halt bei der Olympiade, 1936

Quelle: SCHERL

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Adolf Hitler - im Bild mit dem Organisator der Spiele, Karl Ritter von Halt - eröffnete die Spiele am 6. Februar 1936.

CLOSE GARMISCH

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Die Nationalsozialisten nutzten die Faszination, die von diesen IV. Winterspielen ausging, und gaukelten der Weltöffentlichkeit vor, ein offener und friedlicher Gastgeber zu sein.

Ice Hockey Match

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Höher, schneller, weiter - das galt nicht nur in sportlicher Hinsicht: In Rekordzeit waren das Olympia-Skistadion sowie das Eisstadion erbaut worden, ebenso die Olympia-Bobbahn mit ihrer 1525 Meter langen Natureisrinne.

OLY-WINTER-1936-OPENING CEREMONY

Quelle: AFP

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Vor Beginn der Winterspiele wurden antisemitische und rassistische Schilder in Garmisch-Partenkirchen abgehängt. Eine nahezu perfekte Organisation und Logistik taten ihr Übriges, um der Welt ein möglichst makelloses Bild von Nazi-Deutschland zu präsentieren.

Ice Hockey

Quelle: Getty Images

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Wegen des Zweiten Weltkriegs fielen die Olympischen Winterspiele 1940 und 1944 aus. Die nächsten Winterspiele fanden dann im Jahr 1948 in St. Moritz statt.

Ausstellung erinnert an die Instrumentalisierung der Olympischen Spiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen

Quelle: dapd

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Mit der politische Aufarbeitung der Olympischen Winterspiele von 1936 beschäftigt sich von 16. Februar an auch eine Ausstellung. Unter dem Titel "Die Kehrseite der Medaille" sind im Kurhaus im Michael-Ende-Park in Garmisch-Partenkirchen historische Fotografien und Dokumenten zu sehen. Die Schau, die von dem pensionierten Geschichtslehrer Alois Schwarzmüller initiiert wurde, dauert bis einschließlich 1. Mai 2011.

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