Oberfranken-CSU zu Guttenberg Ausgerollter Teppich

In der Heimat von Karl-Theodor zu Guttenberg ist man glücklich: Die Ermittlungen gegen den Wählerliebling sind eingestellt und einer Rückkehr in die Politik stünde nichts mehr im Wege. Vielleicht schon 2013. Die Unterstützung einstiger Konkurrenten wäre ihm sicher.

Von Olaf Przybilla

Die Geschichte von Hartmut Koschyk und Karl-Theodor zu Guttenberg ist sehr eng miteinander verknüpft. Koschyk, damals Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im Bundestag, war hoch favorisiert im Jahr 2007, als es um den CSU-Parteivorsitz in Oberfranken ging - dann aber kam der junge Freiherr und gewann überraschend eine Kampfabstimmung gegen den erfahrenen Parteisoldaten.

Zumindest in Oberfranken stünde Karl-Theodor zu Guttenberg einem politischen Comeback nichts im Wege.

(Foto: dpa)

Nun, da das Verfahren der Hofer Staatsanwaltschaft gegen seinen einstigen Konkurrenten eingestellt worden ist, sagt Koschyk: "Ich begrüße die Einstellung des Verfahrens sehr" - und fügt umgehend hinzu: "Das ist die Grundlage dafür, dass Karl-Theodor zu Guttenberg - wenn er dies so wünscht - wieder in der deutschen Politik wirken kann."

Gilt das etwa schon im Jahr 2013 vom Wahlkreis Kulmbach aus? Das sei die souveräne Entscheidung von Guttenberg und den Nominierenden in dessen Heimat, sagt Koschyk. Würden diese das so entscheiden, so muss man das verstehen, dann stünde einem politischen Comeback zumindest in Oberfranken nichts mehr entgegen.

Auch Monika Hohlmeier hat eine gemeinsame Geschichte mit Karl-Theodor zu Guttenberg. Sie wurde 2008 vor der Europawahl vom damaligen CSU-Bezirkschef Guttenberg nach Oberfranken gelotst, dort löste der Transfer einer Altbayerin nach Norden einen regelrechten Proteststurm aus. Inzwischen hat Hohlmeier in Franken Tritt gefasst, ihr Wort hat Gewicht - und am Mittwoch schlägt ihre Stunde, sich beim früheren Förderer erkenntlich zu zeigen: "Guttenberg ist einer unserer besten Köpfe und einer unserer talentiertesten Politiker in der CSU", sagt sie, "er ist nicht nur in der Partei in Oberfranken hoch geschätzt." Ob und wann er zurückkehren soll, das obliege nun "ausschließlich Karl-Theodor zu Guttenberg". Wenn Guttenberg will, heißt das, wird ihn daran keiner hindern.

Der Bürgermeister im Dorf Guttenberg, Eugen Hain, der Guttenberg im Amt als CSU-Ortsvorsitzender nachfolgte, zeigt sich wenig überrascht über die Einstellung. "Ich habe das so oder so ähnlich erwartet." Ob Guttenberg nun zurückkehrt nach Guttenberg, darüber haben sie im Dorf "keine Informationen". Aber "begrüßen und erwarten", sagt Hain, würden das die meisten in der oberfränkischen Gemeinde schon. "Allein schon aus ganz menschlichen Motiven", schiebt der Bürgermeister nach.