Modellbau-Affäre Haderthauer muss vor Gericht erscheinen

Für Christine Haderthauer, die ehemalige Chefin der Staatskanzlei, und ihren Mann Hubert ist die sogenannte Modellbau-Affäre noch lange nicht überstanden. Am Donnerstag ordnete Andreas Harz, Vorsitzender Richter am Landgericht München I, für den 7. Juni das persönliche Erscheinen des Ehepaars zu einem in dieser Sache anhängigen Zivilverfahren an. Im Verfahren soll es letztlich darum gehen, wie viel Geld der Verkauf jener Modellautos erbracht hat, die von psychisch kranken Straftätern hergestellt worden waren. Der im Elsass lebende Geschäftsmann Roger Ponton jedenfalls sieht sich hier von den Haderthauers "arglistig getäuscht".

Ponton geht davon aus, dass die für den Vertrieb einst gemeinsam aufgebaute Firma Sapor Modelltechnik weit mehr an Gewinn erwirtschaftet hat, als ihm von seinen Verhandlungspartnern mitgeteilt wurde. In der Folge habe er sich 2011 mit nur 20 000 Euro zufrieden gegeben und im Gegenzug eine Vereinbarung akzeptiert, die nachträglich seinen Austritt aus der Firma besiegelte. Zu dieser Zeit hatte Hubert Haderthauer die Firma längst an einen mittlerweile verstorbenen Ingolstädter Messeveranstalter weiterverkauft - ohne Pontons Wissen. Der nun verklagte die Haderthauers sowie den Käufer der Firma. Seine Forderung beläuft sich auf 305 000 Euro. Richter Harz, der auch Pontons Erscheinen angeordnet hat, deutete an, dass diese Forderung so kaum Aussicht auf Erfolg hat. Insbesondere beim Käufer der Firma sei aktuell kein Fehlverhalten ersichtlich. Während der Verhandlung kam es zu lauten Wortgefechten zwischen den Anwälten, aber noch ist ein Vergleich möglich. Ponton will mindestens 100 000 Euro. Die Gegenpartei könnte sich derzeit einen Betrag von 20 000 Euro vorstellen.