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Mitten in Augsburg:Augsburger Forscher züchten Diamanten im Labor

Diamant für über 26 Millionen Euro versteigert

Die Natur braucht Riesendruck und ein paar Millionen Jahre - schon hat man einen Diamanten. An der Universität Augsburg geht es etwas schneller. (Foto: dpa)

In der Natur entstehen die Edelsteine nur unter gewaltigem Druck. Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, das abkzukürzen.

Die Stadt Augsburg ist finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Und doch gibt es dort etwas sehr wertvolles, das sogar den Vergleich mit den Kronjuwelen der englischen Königin nicht scheuen muss. Es handelt sich um einen beachtlichen Diamanten. Der 155-Karäter mit 92 Millimetern Durchmesser ist der größte synthetische Diamant der Welt. Geschaffen haben ihn Forscher der Universität Augsburg.

Glitzersteine haben in der Schwabenmetropole zuletzt zur Zeit der reichen Kaufmannsfamilie Fugger eine größere Rolle gespielt. Bis die Diamant-Arbeitsgruppe am Augsburger Lehrstuhl für Experimentalphysik ihre Arbeit aufnahm und jetzt ihren spektakulären Erfolg verkünden konnte. Diamanten werden an der Uni seit 1991 erforscht und synthetisiert. Während in der Natur ein gewaltiger Druck und hohe Temperaturen notwendig sind, um Grafit in Diamant umzuwandeln, wird in den Augsburger Laboren mit chemischen Prozessen bei Unterdruck gearbeitet. Unter besonderen Bedingungen lagern sich Kohlenwasserstoffmoleküle ab und lassen so Schicht für Schicht Diamanten wachsen.

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Klingt wie eine Briefmarke oder ein Longdrink, ist aber ein Edelstein. Er hat den höchsten bislang gezahlten Preis auf einer Versteigerung erzielt - nicht sein einziger Superlativ.

Beim Augsburger Diamanten handelt es sich um eine Scheibe, deren Kristallstruktur identisch ist mit einem Naturdiamanten. Nur an charakteristischen atomaren Defekten, die beide besäßen, ließen sich ein natürlicher Ursprung oder eine synthetische Erzeugung noch feststellen, teilte die Uni mit. Die von Menschenhand hergestellten Diamanten könnten auch als Schmuckstücke dienen. Tatsächlich aber werden sie zur Herstellung von Schneidwerkzeugen oder als optische Bauteile verwendet. Als Detektoren sind erst kürzlich zwei Augsburger Kristalle am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf eingebaut worden.

An den größten Naturdiamanten, den "Cullinan I" oder "Great Star of Africa", der im Tower von London das Zepter der Kronjuwelen ziert, kommt der Augsburger Kristall aber noch nicht ran. Wie Matthias Schreck, Leiter der Diamant-Arbeitsgruppe an der Uni, berichtet, liegt der "Cullinan I" "mit seinem Gewicht von 532 Karat noch weit vor uns". Damit steht es trotz aller Forschungserfolge des Menschen noch immer eins zu null für Mutter Natur.

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