Miesbacher Amigo-Affäre Staatsanwalt geht im Kreidl-Prozess in Revision

In der Amigoaffäre um den Miesbacher Ex-Landrat Jakob Kreidl (CSU) und den früheren Chef der dortigen Kreissparkasse, Georg Bromme, hat die Staatsanwaltschaft München Revision eingelegt. Damit geht die Auseinandersetzung vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Die große Wirtschaftskammer am Landgericht München II hatte Kreidl am Montag vergangener Woche wegen Untreue und Beihilfe dazu zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt, Bromme bekam eineinhalb Jahre auf Bewährung. Der aktuelle Sparkassen-Chef Michael Mihalovits erhielt eine Geldstrafe von 27 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte für alle drei deutlich schärfere Strafen gefordert. Wenn es nach ihr ginge, müsste Bromme zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, Kreidl bekäme eineinhalb Jahre auf Bewährung, Mihalovits acht Monate. In Brommes Zeit als Sparkassenchef hatte das Geldinstitut teure Geschenke, Reisen und dergleichen für Miesbacher Kommunalpolitiker finanziert. Die Amigo-Affäre kam erst ans Licht, als die Sparkasse 2012 die 120 000 Euro teure Feier zu Kreidls 60. Geburtstag fast zur Gänze finanzierte.