Legende um die Knotenlöserin Jetzt ist klar: Papst Franziskus war nicht in Augsburg

Papst Franziskus räumt mit der Legende auf, er sei einmal in Augsburg gewesen.

(Foto: dpa)
  • Seit langem kursiert die Geschichte, der heutige Papst Franziskus habe Mitte der Achtziger in Augsburg das Bild "Maria Knotenlöserin" angeschaut.
  • Nun hat er in einem Interview erklärt, er sei noch nie in Augsburg gewesen.

Natürlich sind nun nicht wenige Augsburger enttäuscht. Papst Franziskus war nie in ihrer Stadt, wie er in einem Interview mit der Zeit verriet. Und er hat auch nie die bekannte Augsburger Muttergottes-Darstellung "Maria Knotenlöserin" im Original gesehen.

Bislang hielt sich die fromme Legende, Jorge Mario Bergoglio habe Mitte der Achtzigerjahre die Augsburger Kirche St. Peter am Perlach besucht und das Gnadenbild für sich entdeckt. Bei seiner Abreise habe er Postkarten mit dem Motiv mit nach Argentinien genommen und dort bekannt gemacht, hieß es. Tatsächlich war er damals einige Zeit in Deutschland, aber nicht in der Fuggerstadt.

Das Gnadenbild Maria Knotenlöserin hängt in Augsburg in der Kirche Sankt Peter am Perlach.

(Foto: dpa)

Eine Ordensschwester, die er in Deutschland kennen gelernt hatte, schickte ihm eine Grußkarte mit dem Bild. Es habe ihn neugierig gemacht, und später habe er selbst Postkarten der Knotenlöserin verschickt, so der Papst. So wurde das Gnadenbild, von dem es mehrere Kopien gibt, auch im Vatikan, international bekannt.

Die Knotenlöserin steht vielen Gläubigen als Sinnbild für das Lösen von Problemen, besonders in der Partnerschaft. Dies interessiert auch den Pontifex an der Darstellung. Die künstlerische Qualität des rund 300 Jahre alten Augsburger Bildes schätzt Franziskus hingegen nicht als besonders hoch ein. Es sei "ziemlich mittelmäßiger Barock", meinte er.

Die Legende von seinem Besuch bei den Augsburger Jesuiten ist damit zwar widerlegt. Doch die Augsburger fühlen sich ihm nach wie vor in besonderer Weise verbunden. "Wir freuen uns in Augsburg immer sehr, wenn wir im Fernsehen den Papst im Vatikan mit dem Gemälde der Knotenlöserin im Hintergrund sehen", sagte Karl-Georg Michel, Sprecher des Bistums Augsburg. "Ganz offensichtlich ist er ein großer Freund dieses Motivs."

Viele Touristen, vor allem aus Italien, aber auch aus Südamerika, machten sich bei ihren Besuchen in Augsburg gezielt auf den Weg zur Kirche St. Peter am Perlach, wo sich das Bild befinde. "Vielleicht wird sich ja auch Papst Franziskus einmal unter die Besucher der Knotenlöserin einreihen", meinte Michel.

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