Corona-Maßnahmen:Lauterbach kritisiert Ende der FFP2-Maskenpflicht in Bayern

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Corona-Maßnahmen: Gesundheitsminster Karl Lauterbach, hier am 1. Juli in seinem Ministerium, trägt weiterhin FFP2-Maske.

Gesundheitsminster Karl Lauterbach, hier am 1. Juli in seinem Ministerium, trägt weiterhin FFP2-Maske.

(Foto: LISI NIESNER/REUTERS)

Im Freistaat entfällt seit heute die FFP2-Maskenpflicht in Bus und Bahn. Bundesgesundheitsminister Lauterbach hält den Schritt für "unlogisch" - und beschwert sich beim bayerischen Kabinett.

Mit deutlichen Worten hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Abschaffung der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in Bayern kritisiert. Die Lockerung sei angesichts der Corona-Sommerwelle ein "klarer Fehler", schrieb Lauterbach am Samstag auf Twitter. "Lockern in Welle hinein wirkt unlogisch und diskreditiert den gleichzeitigen Ruf nach mehr Maßnahmen durch den Bund."

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wies die Kritik zurück. Das Gutachten des Sachverständigenausschusses am Freitag habe bestätigt, dass für die Schutzwirkung einer Maske insbesondere der richtige Sitz entscheidend sei. "Bayern hat mit am längsten von allen Bundesländern an der FFP2-Maske festgehalten", so Holetschek.

Dabei hatte Lauterbach seinen bayerischen Kollegen Holetschek in Schutz genommen - und gleichzeitig gegen das übrige bayerische Kabinett gestichelt, inklusive Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Er sei sicher, Gesundheitsminster Holetschek sei "überstimmt" worden, schieb Lauterbach in seinem Tweet. Ob es sich dabei um reine Mutmaßung oder eine informierte Aussage handelte, ließ Lauterbach offen.

Seit diesem Samstag ist im Freistaat nur noch eine medizinische Maske in Bussen und Bahnen vorgeschrieben. "Wir setzen damit stärker auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger", hatte Gesundheitsminister Holetschek zur Begründung gesagt. "In den heißen Sommermonaten, wie wir sie jetzt erleben, und unter den derzeitigen pandemischen Bedingungen halten wir dies für verhältnismäßig."

Das bayerische Kabinett hatte die entsprechende Änderung der Corona-Verordnung am Dienstag beschlossen. In anderen Bundesländern wie Berlin und Hamburg müssen Fahrgäste derzeit noch eine FFP2-Maske in Bussen und Bahnen tragen, andernorts reicht schon seit längerem eine OP-Maske. Die Corona-Fallzahlen steigen in Bayern seit Tagen wieder an.

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