Landwirtschaftsministerin Kaniber gegen strengere Düngeverordnung

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) lehnt eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung zum jetzigen Zeitpunkt ab. "Die vom Bund jetzt zusätzlich vorgeschlagenen Maßnahmen sind zum Teil existenzbedrohend", sagte Kaniber. Die Landwirte wüssten, dass der Gewässerschutz eine elementare Herausforderung sei. "Sie sind bereit, dabei aktiv mitzuwirken." Mit den Vorgaben zur Düngeverordnung von 2017 sei den Bauern aber schon viel abverlangt worden. "Was ich nicht verstehen und akzeptieren kann, ist, dass man nicht erst die Wirksamkeit dieser massiven Einschnitte evaluiert, sondern jetzt weiter draufsatteln will", sagte Kaniber. "Wir müssen erst einmal schauen, wie die bestehende Düngeverordnung wirkt, was positiv ist und was negativ." Was die EU und der Bund jetzt forderten, habe oft keine fachliche Grundlage. Als Beispiel nannte die Ministerin das Verbot der Herbstdüngung bei Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Nutzung als Futter. Die Landwirte bräuchten Vertrauensschutz, um beim Gewässerschutz voranzukommen, sagte Kaniber. Sie hatte in einem Schreiben an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella ein Moratorium für die Strafzahlungen verlangt und die EU aufgefordert, sich mehr an der fachlichen landwirtschaftlichen Praxis zu orientieren. "Der persönliche Verdruss und die mentale Belastung der Bauern sind momentan groß", sagte die Ministerin.