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Landwirtschaft:Mehr Interesse für naturnahes Wirtschaften

Das Interesse der Bauern in Bayern an naturschonenden Wirtschaftsweisen und den Ausgleichszahlungen des Umweltministeriums dafür ist dieses Jahr deutlich angestiegen. Das hat Umweltminister Thorsten Glauber (FW) am Dienstag in München erklärt. Danach werden 2021 im sogenannten Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) 135 000 Hektar Wiesen, Weiden und Ackerland besonders naturverträglich bewirtschaftet. Das sind etwa 15 000 Hektar Agrarland mehr als 2020. "Naturnahe Landbewirtschaftung ist die Zukunft", sagte Glauber. "Wir haben ein klares Ziel: In Bayern sollen möglichst bald 180 000 Hektar landwirtschaftliche Flächen naturnah bewirtschaftet werden." Das diesjährige Plus bringe den Freistaat diesem Ziel ein großes Stück näher.

Das VNP honoriert naturschonende Wirtschaftsweisen wie zum Beispiel die späte Mahd von Wiesen zum Schutz von Vogelarten, die am Boden brüten, oder eine Beweidung von Magerwiesen mit Schafen, damit die natürliche Blumenpracht auf ihnen gedeiht. Wegen der steigenden Nachfrage nach dem VNP hat der Freistaat den Fördertopf dafür im laufenden Jahr auf 71 Millionen Euro angehoben. Das VNP ist ein zentrales Instrument für die Schaffung des neuen Biotopverbunds, der bis 2030 insgesamt 15 Prozent des Agrarlands in Bayern umfassen soll. Die Staatsregierung hatte dieses Ziel nach dem erfolgreichen Volksbegehren "Artenschutz - Rettet die Bienen" 2019 in das neue Naturschutzgesetz aufgenommen. Bis zur seiner Erfüllung ist aber noch Luft nach oben. In Bayern gibt es 3,1 Millionen Hektar Agrarland, der neue Biotopverbund würde also gut 450 000 Hektar Agrarland betragen.

© SZ vom 31.03.2021 / cws
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