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Fünf-Seen-Filmfestival:Heiter bis wolkig

Raus in die Natur: Im Roadmovie King Of The Belgians reist der König (Peter Van Den Begin) inkognito durch Europa, das Publikum reist mit.

(Foto: Fünf-Seen-Filmfestival)

Das Fünf-Seen-Filmfestival wächst weiter. Unter den 180 Werken in Starnberg und Umgebung sind leichte Komödien und schwere Dramen.

Wer nach dem Herzstück des Fünf-Seen-Filmfestivals fragt, muss davon ausgehen, dass er mindestens 14 Stücke serviert bekommt: nämlich die jeweils sieben Filme, die in den beiden Hauptwettbewerben für Spielfilme und Nachwuchsregisseure laufen. Der Festivalleiter Matthias Helwig dürfte diese 14 Stücke indes noch um einiges ergänzen.

Etwa um die Ehrengäste, den ungarischen Regisseur István Szabó oder die Schauspielerin Eva Mattes. Um die Beiträge aus dem Gastland Ungarn, um die Sondervorführung von Viscontis Der Leopard. Oder überhaupt: um die etwa 170 anderen Filme, die von Donnerstag, 27. Juli, bis Samstag, 5. August, auf 17 Leinwänden an sieben Spielorten zu sehen sein werden.

Es ist unschwer zu erkennen: Das Fünf-Seen-Filmfestival ist wieder ein Stück größer geworden. Und in diesem Jahr wohl auch ein wenig nachdenklicher. Blickt man auf die Beiträge des Fünf-Seen-Filmpreises, so wird das Publikum hier mit ernsten gesellschaftlichen Fragen konfrontiert. Adrian Goiginger etwa erzählt in seinem Film Die beste aller Welten von der Beziehung zwischen einem Siebenjährigem und seiner Heroin-abhängigen Mutter. Roland Vraniks Die Bürger hat die schwierige Einbürgerung eines afrikanischen Migranten in Ungarn zum Thema.

Tarik Salehs Die Nile Hilton Affäre spielt mitten im arabischen Frühling und in Stefan Haupts Finsteres Glück steht ein kleiner Junge im Zentrum, der gerade als einziger seiner Familie einen Autounfall überlebt hat. Alles keine leichte Kost. Natürlich gibt es auf dem Festival auch die andere Seite, beispielsweise zu finden in der Grießnockerlaffäre, einem Fortsetzungsfilm um den Polizisten Franz Eberhofer, oder in der Komödie Hampstead Park mit Diane Keaton.

Eröffnet wird das Festival mit dem Biopic Maudie (Regie: Aisling Walsh) mit Sally Hawkins und Ethan Hawke, das die Lebensgeschichte der Malerin Maud Lewis erzählt und schon das Berlinale-Publikum begeistert hat.

Fehlen darf natürlich auch nicht die Glühwürmchen-umzauberte Dampferfahrt, auf der das Publikum den besten Kurzfilm kürt (1. August). Stolz sind die Veranstalter auch auf den "Fokus Drehbuch", gerade weil sie auf ihrem Festival der Drehbucharbeit so viel Raum geben. Diesmal gehört eine spannende Podiumsdiskussion dazu, auf der erörtert wird: "Fehlen die Geschichten der Frauen?". Blickt man auf des Programm, scheint erst mal von nichts zu wenig da zu sein. Auch von Herzstücken nicht.

11. Int. Fünf-Seen-Filmfestival, Do., 27. Juli, bis Sa., 5. Aug., diverse Orte, www.fsff.de

© SZ EXTRA vom 27.07.2017/amm

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