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Hubert Aiwanger im Gespräch:Freie Wähler umwerben Hans-Olaf Henkel

Hubert Aiwanger wird Bayern zu eng: Der Chef der Freien Wähler will seine Wählergruppe zu einer bundesweiten Alternative machen - vielleicht mit dem früheren BDI-Chef Hans-Olaf Henkel. An Karl-Theodor zu Guttenberg hat Aiwanger jedoch kein Interesse.

Frank Müller

Bundeschef, Landesvorsitzender, Anführer der Landtagsfraktion: Hubert Aiwanger ist unumstrittene Nummer eins bei den Freien Wählern. Nun will er die Partei in den Bundestag führen, als Alternative für frustrierte Wähler von Schwarz-Gelb. Noch vor Weihnachten tritt Aiwanger in Berlin mit dem früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel auf.

Hubert Aiwanger FW in Gillamoos 2011

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger: "Ich bin kein Euro-Feind, aber ich bekämpfe die Auswüchse."

(Foto: SEYBOLDT4MEDIA)

Herr Aiwanger, sagen Sie doch mal was Nettes über die CSU.

Die CSU hat den Kompass verloren und . . .

. . . das wird aber jetzt nicht nett!

Doch: Und sie schafft es immer, wenn zwei Möglichkeiten zur Auswahl sind, mit schlafwandlerischer Sicherheit die falsche zu wählen.

Und das war jetzt was Nettes?

Ja. Ich hätt's noch deutlicher sagen können.

Besser wird die Stimmung nicht mehr zu Ihrem immerhin möglichen Regierungspartner nach 2013?

Wir sind dazu da, die Fehler der CSU aufzugreifen und bessere Lösungen einzubringen. Bis zu einem gewissen Maß ist die CSU in den letzten Jahren sogar lernfähig. Aber immer noch zu stur.

Ist in Wahrheit bei Ihnen die Entscheidung für ein Bündnis mit SPD und Grünen längst gefallen?

Längst gefallen nicht, aber ich muss ehrlich zugeben: Es spricht momentan nicht sehr viel dagegen. Momentan jedenfalls kämen wir wohl bei sehr vielen wichtigen Themen mit der SPD und den Grünen schnell zu einer Einigung: ländlicher Raum, Bildungspolitik, selbst die Großprojekte. Ich glaube, dass Christian Ude die dritte Flughafenstartbahn sehr schnell an den Nagel hängen wird, wenn er merkt, daran könnte eine Koalition scheitern.

Wenn Sie jetzt noch mehr Nettigkeiten über Ude sagen müssten . . .

Ude ist ein durchaus zugänglicher Typ. Ich glaube, dass er auch bereit ist, andere mitspielen und ihre Ideen einbringen zu lassen. Bei der CSU dagegen hat man immer den Eindruck: Das sind Angstbeißer. Sobald man ein Thema besetzt, erklären die das sofort für Blödsinn und wollen einen aus dem Feld beißen. Die können nicht akzeptieren, dass es neben ihnen jemanden gibt, der lesen und schreiben kann.

Stehen Sie selbst denn für eine bayerische Regierung überhaupt noch zur Verfügung, oder zieht es Sie nach Berlin?

Mein Schwerpunkt ist hier. Unsere Arbeit in Berlin ist ohne unsere bayerische Basis nicht denkbar. 2013 ist mein Platz in Bayern.

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