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Fall Peggy:Lichtenberger Bürger werfen Justiz Fehler vor

Mit einem "Hilferuf" hat sich jetzt im Fall der verschwundenen Peggy eine Gruppe von Bürgern aus dem oberfränkischen Lichtenberg an die Öffentlichkeit gewandt. In dem Schreiben werfen die insgesamt elf Unterzeichner den Ermittlungsbehörden gravierende Fehler und Schlamperei vor. Sie sprechen von einem "Polizei- und Justizskandal" und von einseitigen Ermittlungen. Viele Hinweise aus der Bevölkerung seien schlicht ignoriert worden. Auch gehen die Unterzeichner des Schreibens offenbar davon aus, dass Zeugenaussagen aus den Akten verschwunden seien. Unter den Unterzeichnern sind Lichtenbergs Bürgermeister Holger Knüppel sowie mehrere Stadträte.

Die Justiz will das Schreiben mit all seinen Anschuldigungen indes nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen. Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel wies die Vorwürfe am Mittwoch umgehend zurück. Den Ermittlern Einseitigkeit vorzuwerfen sei abwegig, es werde in alle Richtungen ermittelt, teilte Potzel mit. Zu den konkreten Vorwürfen sagte der Leitende Oberstaatsanwalt kategorisch: "Das ist so nicht richtig." Jedoch könnten Ermittlungsdetails nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Deshalb werde er auch nicht mehr dazu sagen.

Am 7. Mai 2001 war die damals neunjährige Peggy in Bayern auf dem Heimweg von der Schule plötzlich verschwunden. Erst 15 Jahre später tauchten dann schließlich Teile ihres Skeletts in einem Waldstück in Thüringen auf: Rund 20 Kilometer entfernt von Peggys Heimatort Lichtenberg in Oberfranken fand ein Pilzsammler im vergangenen Sommer Knochen des Mädchens.