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Ermittlungen in Lichtenberg:Knochenteile stammen nicht von Peggy

Peggy Knobloch, Fall Peggy Ulvi K.

Peggy Knobloch war neun, als sie verschwand. Bis heute gibt es viele Gerüchte. Manche wollen sie in der Türkei gesehen haben, andere in einem tschechischen Bordell.

(Foto: dpa)

Neue Ungewissheit im Fall Peggy: Die Knochenteile, die Ermittler im oberfränkischen Lichtenberg entdeckt haben, stammen nicht von dem vor zwölf Jahren verschwundenen Mädchen. Einige Untersuchungen stehen aber noch aus - und die Spekulationen gehen weiter.

Die Knochenteile, die bei einer Suchaktion im oberfränkischen Lichtenberg entdeckt wurden, stammen nicht von der vor zwölf Jahren verschwundenen Peggy. "Ein Zwischenergebnis der Untersuchungen liegt vor. Es gibt keine Spuren von Peggy", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Dienstag. Man habe aber weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben: "Wir wollen definitiv Klarheit, welche Knochen das sind."

Die damals neunjährige Peggy war Anfang Mai 2001 in Lichtenberg spurlos verschwunden. Als ihr Mörder ist der geistig behinderte Ulvi K. rechtskräftig verurteilt, doch an seiner Schuld hegen viele Menschen Zweifel. 2012 starteten Staatsanwaltschaft und Kripo Bayreuth neue Ermittlungen in dem Fall.

Im April durchsuchte die Polizei ein Anwesen in Lichtenberg, das nur wenige Meter von Peggys früherer Wohnung entfernt liegt. Die Ermittler erklärten, sie hätten Hinweise, dass man hier die Leiche finden könnte. Sie entdeckten zwar Knochenteile in einer Sickergrube, doch diese stammen nicht von Peggy, wie die Analyse nun zeigte. Bereits kurz nach dem Fund hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, die Knochenfragmente könnten auch von Tieren stammen oder zu einem alten Friedhof gehören.

Wochenlange Spekulationen

Seit der Durchsuchungsaktion hatte es wochenlange Spekulationen gegeben. In welcher Form die Ermittlungen nun weitergehen, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. "Ernsthaften Hinweisen werden wir weiter nachgehen", betonte er.

Anfang April hatte der Anwalt von Ulvi K. am Landgericht Bayreuth bereits einen Antrag auf Wiederaufnahme gestellt. Der Jurist Michael Euler will erreichen, dass der Fall vor Gericht neu aufgerollt wird, und Ulvi K.s Unschuld beweisen. Eine Prüfung des Antrags durch die Staatsanwaltschaft kann nach Angaben der Anklagebehörde Monate dauern.

K. sitzt derzeit wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in der Psychiatrie. Die Strafe wegen Mordes hat er noch nicht angetreten. Bei dem Verfahren im Jahr 2004 urteilte die Justiz, der Gastwirtssohn aus Lichtenberg habe Peggy ermordet, um den sexuellen Missbrauch an ihr zu vertuschen.