Karlstadt in Unterfranken:Weitere Festnahmen nach Entführung eines Mannes

Karlstadt in Unterfranken: Der Fall eines entführten Mannes beschäftigt nach wie vor die Polizei.

Der Fall eines entführten Mannes beschäftigt nach wie vor die Polizei.

(Foto: Friso Gentsch/dpa)

Ein Mann wird in Unterfranken in einen Transporter gezerrt, entführt und tagelang misshandelt. Nach monatelangen Ermittlungen scheint klar zu sein, wer dafür verantwortlich ist.

Mehr als drei Monate nach der Entführung eines Mannes aus dem unterfränkischen Karlstadt hat die Polizei mittlerweile vier Verdächtige festgenommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Würzburg am Mittwoch mitteilten, wurde Anfang Februar ein 33 Jahre alter Mann in Frankreich nahe Paris gefasst. Er gilt nach Informationen der Main-Post als Schlüsselfigur der mindestens vierköpfigen mutmaßlichen Entführer-Bande. Mitte Januar hatten Ermittler demnach bereits eine 38 Jahre alte Verdächtige aus Oberfranken festgenommen. Beide sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Ein Autofahrer hatte Mitte November 2023 beobachtet, wie das 33 Jahre alte mutmaßliche Opfer in Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) in einen hellen Kleintransporter gezogen wurde - gegen seinen Willen. Nach viereinhalb Tagen wurde der Mann in Baden-Württemberg freigelassen - nach tagelanger körperlicher Misshandlung, wie die Ermittler mitteilten.

Etwa einen Monat nach der Tat berichtete die Polizei von der Festnahme zweier Verdächtiger in Thüringen und Hessen. Die beiden 30 und 32 Jahre alten Männer kamen wegen Verdachts auf erpresserischen Menschenraub in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Opfer in einer Wohnung in Kassel festgehalten worden.

Im Zuge der Ermittlungen fand die Polizei zuletzt aber auch Hinweise darauf, dass der Mann während der Entführung auch in Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis) festgehalten wurde - nicht weit entfernt von dem Ort, an dem das Opfer später freigelassen wurde. Nach Auffassung der Ermittler ist damit der Ablauf der Entführung und die Frage nach den mutmaßlichen Tätern weitgehend geklärt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und dem Tatmotiv würden aber weiter andauern, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

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