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Bildungspolitik:Aufatmen bei den Volksschullehrern

Alle Referendare, die jetzt fertig geworden sind, bekommen Jobs

Das Kultusministerium hat die Zahlen veröffentlicht, vor denen alle angehenden Lehrer zittern: die Einstellungszahlen. Für Grund- und Mittelschullehrer ist die Situation im kommenden Schuljahr allerdings so gut wie seit Jahrzehnten nicht. Alle Bewerber bekommen einen Job, nach Informationen der SZ sollen etwa 2400 eine Stelle mit Aussicht auf Verbeamtung erhalten. 200 weiteren sollen befristete Vollzeitverträge angeboten werden. Anders sieht es bei den Gymnasial- und Realschullehrern aus. 75 werden im September beim Staat angestellt, laut Realschullehrerverband sind das nur drei Prozent der Bewerber, Tausende warten seit Jahren. Die Realschulen haben einen vergleichsweise jungen Lehrerstamm, daher gehen kaum Pädagogen in Pension. Etwas besser ist es am Gymnasium: 350 junge Lehrer bekommen ein festes Jobangebot, allerdings gilt das nur für die naturwissenschaftlichen Fächer, Musik und Kunst. Ein Pädagoge mit zwei modernen Sprachen kann trotz Einser-Schnitt auf der Straße stehen. Doch der Bedarf an den Mittelschulen ist laut einem Insider so hoch, dass Dutzende Real- und Gymnasiallehrer dort willkommen sind. Förderschulen bekommen 450 Stellen vor allem für Absolventen der Sonderpädagogik, 280 Förderlehrer werden an Grund-, Mittel- und Realschulen befristet angestellt. An den Berufs- und Wirtschaftsschulen kommen 240 Pädagogen zum Zug, 200 gehen an die Berufsoberschulen.

Die meisten Stellen sind Nachbesetzungen, 1125 fallen unter die sogenannte demografische Rendite: Die Zahl der Kinder geht in weiten Teilen des Freistaats zurück, also brauchen die Schulen theoretisch weniger Lehrer. Bisher gilt in der Staatsregierung, dass die Stellen, die eigentlich gestrichen werden müssten, erhalten werden. Davon profitieren heuer vor allem Volks- und Berufsschulen, wo Kinder von Flüchtlingen mit Sprachkursen auf Schule und Beruf vorbereitet werden. Wegen des hohen Zuzugs von Asylbewerbern weist das Kultusministerium 147 zusätzliche Stellen an den Berufsschulen aus. Neue Stellen zu schaffen, ist vorerst nicht geplant. Denn die Grundversorgung ist an allen Schularten gesichert. Einzig über die Klassengrößen könnten Realschulen und Gymnasien noch argumentieren, sagen Insider. Dass sie im Kultus- und Finanzministerium Gehör finden, ist derzeit aber unwahrscheinlich.