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Bayern-Tipp:Kinderarbeit im alten Bayern

Alte und junge Ziegelarbeiter um das Jahr 1900.

(Foto: Heimatmuseum Vilsbiburg)

Eine Ausstellung des Bayrischen Hauptstaatsarchivs hinterfragt die Vergangenheit

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv zeigt zurzeit die kleine Ausstellung "Fabrikkinderarbeit in Bayern im 19. Jahrhundert". Erwerbstätigkeit von Kindern war in Bayern im 19. Jahrhundert Realität, im Handwerk, im Dienstleistungsgewerbe und vor allem in der Landwirtschaft. Zudem schufteten Kinder als billige Arbeitskräfte in Fabriken. Die Ausstellung hinterfragt unter anderem Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, und zwar von den 1830er Jahren, als in Bayern erste Fabriken entstanden, bis zur Zeit nach der Reichsgründung. Bis 1870 konnte das Königreich Bayern Kinderarbeit selbständig regeln, danach galten die Gesetze des Deutschen Reichs. Erst 1903 verabschiedete der Reichstag ein Kinderschutzgesetz, von dem die landwirtschaftliche Kinderarbeit aber ausgeklammert war. Generell verboten wurde Kinderarbeit erst durch das Jugendarbeitsschutzgesetz von 1960.

Bis 7. November, Hauptstaatsarchiv, Schönfeldstraße 5, München. Mo-Do 8.30-18 Uhr, Freitag 8.30-13.30 Uhr. Tel. 089/28638-2575.