An der A3:Debatte um Autobahnschilder: Kompromiss möglich?

An der A3: Der Straubinger Stadtrat lehnte am 19. Februar die Erneuerung der Tiergarten-Werbeschilder entlang der A3 ab.

Der Straubinger Stadtrat lehnte am 19. Februar die Erneuerung der Tiergarten-Werbeschilder entlang der A3 ab.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Erst sollten die Hinweisschilder für den Straubinger Zoo für viel Geld saniert werden. Dann sollten sie ganz weggekommen. Jetzt aber deutet sich eine dritte Option an.

Nachdem der Straubinger Stadtrat den Abriss zweier touristischer Hinweisschilder an der Autobahn 3 beschlossen hat, könnte es doch einen Kompromiss geben. Es liefen Gespräche mit der Stadt, sagte Josef Seebacher, Sprecher der Autobahn GmbH, Niederlassung Südbayern, am Donnerstag. Die Schilder, die auf den Tiergarten hinweisen, seien in keinem guten Zustand mehr. Nun werde geprüft, ob man sie lediglich in Teilen erneuern könnte. Dann müsste aber die Stadt das Risiko tragen, dass die Schilder vielleicht in fünf oder acht Jahren doch getauscht oder entfernt werden müssten.

Die 2001 aufgestellten Autobahn-Schilder müssen der Autobahn GmbH zufolge ausgetauscht werden, was um die 83 000 Euro kosten würde, teilte Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) im Stadtrat mit. Alternativ würden die zwei Schilder auf Kosten der Stadt von der Autobahn GmbH abgebaut. Das würde etwa 10 000 Euro kosten. Die Stadträte entschieden sich für den Abriss. Die Folie auf den Schildern - sie zeigt einen Tiger und einen Tukan über dem Schriftzug "Zoo Straubing" - sei insbesondere in der Nacht nicht mehr gut lesbar, erläuterte Seebacher. Das sei nicht das entscheidende Problem, auch wenn es deswegen Beschwerden von Autofahrern gegeben habe.

Wichtiger: Auch das Material sei in die Jahre gekommen. UV-Strahlung lasse Aluminium spröde werden. Die Schilder würden regelmäßig überprüft und müssten sicher sein. Deswegen sei die Autobahn-Behörde an die Stadt herangetreten. Die Schilder seien zudem nur auf 15 Jahre ausgelegt. Seebacher rechtfertigte die Kosten, zu denen auch aufwendige Sicherungsmaßnahmen für die Arbeiter zählten. Die Straubinger Stadträte waren der Ansicht, der städtische Bauhof könnte die Arbeiten günstiger erledigen. Das sei nicht so einfach, so Seebacher. Es brauche unter anderem bestimmte Zertifizierungen, um an einer Autobahn arbeiten zu dürfen. Dass sich die Preise für die zwei Schilder zwischen 2001 und heute etwa vervierzehnfacht hätten, sei aktuellen Anforderungen geschuldet. "Die Zeiten ändern sich", sagt der Sprecher. Früher habe zum Beispiel einiges in Eigenleistung gemacht werden können, heute seien Ausschreibungen erforderlich.

Die neue Richtlinie für touristische Beschilderungen an Autobahnen stamme aus dem Jahr 2008 und vom Verkehrsministerium. Einem Sprecher der Autobahn GmbH in Berlin zufolge wurde das erste braune Hinweisschild in Deutschland in den 1980er-Jahren aufgestellt. Motiv war die Burg Teck bei Stuttgart. Die Zahl der Schilder werde bundesweit auf rund 3400 geschätzt, eine genaue Übersicht sei im Aufbau. Bundesweit gültige Regularien für die Schilder gibt es den Angaben nach seit 1988.

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