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Corinna Miazga:AfD-Chefin lässt Amt wegen Brustkrebs ruhen

Wegen einer Erkrankung zieht sich die bayerische AfD-Vorsitzende Corinna Miazga vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurück und lässt die Arbeit im Parteiamt "ruhen". Sie habe Brustkrebs, "mein Fokus gilt jetzt der Wiederherstellung meiner Gesundheit", schrieb die Bundestagsabgeordnete in einem Rundbrief an die Mitglieder im Freistaat, den sie am Donnerstagmorgen auch auf sozialen Netzwerken veröffentlichte. Die abschließende Diagnose hatte Miazga nach eigenen Angaben am vergangenen Freitag erhalten, erste Therapieschritte hätten bereits begonnen. "So schwer mir dieser Schritt nun auch fällt, er ist leider wirklich alternativlos", teilte die 37-Jährige über ihre Pause mit, deren Zeithorizont noch nicht abzusehen ist. Für ihre Aufgaben im Landesvorstand werde sie von den Kollegen "tatkräftig vertreten". Zuletzt hatte bereits der Landtagsabgeordnete Gerd Mannes, einer ihrer Stellvertreter, häufig für die Parteiführung gesprochen, zum Beispiel in der Debatte über einen geplanten Landesparteitag im mittelfränkischen Greding. Die Präsenzveranstaltung war von Behörden und Gerichten untersagt worden. Der erste Vize-Vorsitzende Hansjörg Müller teilte mit, man habe die Ankündigung mit "großer Erschütterung" vernommen und daher am Wochenende die Aufgaben innerhalb des Vorstands entsprechend aufgeteilt. Unklar ist, was Miazgas Erkrankung für die Listenaufstellung zur Bundestagswahl 2021 bedeuten könnte. Als Landeschefin wird sie als bayrische Spitzenkandidatin gehandelt, 2017 war sie auf Platz drei ins Rennen gegangen.

© SZ vom 27.11.2020 / ojo/van
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