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Ansbach:Verdächtiger Jugendleiter begeht Suizid in U-Haft

Ein früherer Jugendleiter eines Wassersportvereins in Mittelfranken, der sich an mehr als 30 Buben im Alter zwischen zehn und 17 Jahren vergangen haben soll, hat sich im Gefängnis das Leben genommen. Die Leiche des 56-Jährigen sei in einer Zelle der Ansbacher Justizvollzugsanstalt gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Mann hatte wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs von Kindern etwa eine Woche in Untersuchungshaft gesessen. Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Michael Schrotberger habe der Mann einen "geordneten Eindruck" gemacht und nicht als suizidgefährdet gegolten. Der Suizid gebe nun "Anlass zur Überprüfung", die Kriminalpolizei ermittelt. Trotz des Suizids werde weiter in dem Missbrauchsfall ermittelt. Unter anderem gehen die Ermittler der Frage nach, ob in dem Verein weitere Personen vom mutmaßlichen Missbrauch wussten. Der 56-Jährige hatte seit 1991 als Jugendleiter des Vereins im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen gearbeitet. Vor etwa zwei Jahren hatte er damit aufgehört. Ein Opfer hatte den Mann angezeigt und die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

© SZ vom 05.06.2020 / dpa

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