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Wohnwagen:Platz ist in der kleinsten Camping-Hütte

Der Trend geht zum Mini-Wohnwagen. Die bieten durch clevere Ideen viel Platz auf engstem Raum. Einer lässt sich sogar in eine Lounge verwandeln.

Von Felix Reek

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Campingmesse 'Caravan-Salon'

Quelle: dpa

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Wer kennt sie nicht, die riesigen Wohnmobile aus den USA. Lang wie Lkw und so breit wie zwei Autos, mit ausfahrbaren Seitenteilen und im Inneren so viel Platz, wie sich das manche von ihrer Wohnung in der Großstadt wünschen würden. Der Gigantismus landete sogar in diesem Jahr auf dem Caravan-Salon. Der deutsche Hersteller Volkner zeigte in Düsseldorf ein Modell, in dem ein ganzer Porsche 911 parken kann. Wo man das riesige Wohnmobil abstellen soll, ließ er offen. Denn genau das ist das Problem: Diese Art des Caravanings mag in der Weite des amerikanischen Kontinents funktionieren; in der Enge einer europäischen Stadt stößt man mit solch einem Koloss aber schnell an seine Grenzen.

Deswegen bieten seit ein paar Jahren immer mehr Hersteller das genaue Gegenteil: Mikro-Wohnwagen, die auf kleinstem Raum durch clevere Ideen genug Platz für den Urlaub schaffen.

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Quelle: Happier Camper

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Happier Camper HC1

Sie richten sich an Urlauber, die sich nach dem ursprünglichen Gefühl eines Urlaubs mit einem Caravan sehnen: grenzenlose Mobilität. Heute an einem einsamen Strand, morgen durch die engen Gassen einer der malerischen Städte in der Toskana.

Ein Beispiel für so einen Mini-Wohnwagen ist der Happier Camper HC1, der gerade einmal 3,86 Meter lang und 1,86 Meter breit ist. Er ist mit einem Leergewicht von 500 Kilogramm so leicht, dass er im Prinzip von jedem Auto gezogen werden kann. Optisch orientiert sich das Design aus Fiberglas an den runden und geschwungenen Formen der Fünfzigerjahre. Doch der eigentliche Clou ist die Innenausstattung.

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Quelle: Happier Camper

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Happier Camper HC1

Die ist nämlich modular. Sie basiert auf quadratischen Würfeln, die sich verschieben lassen. In der spartanischen Variante ist der Camper leer und dient als Anhänger. Dann soll sogar ein Motorrad oder ein Kanu hineinpassen.

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Quelle: Happier Camper

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Wer campen will, baut sich aus den quadratischen Holzwürfeln eine Wohnwelt aus Küchenzeile, Sitzgelegenheit und Betten. Dann dient der Happier Camper als ganz normales Wohnmobil. Oder doch lieber nur ein großes Bett und sonst nichts? Auch das soll sich innerhalb weniger Minuten realisieren lassen.

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Quelle: Happier Camper

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Der Innenraum lässt sich aber auch als mobiles Büro oder als Lounge für die eigenen Freunde nutzen. Einziger Wermutstropfen: Zu kaufen gibt es den mindestens 16 000 Euro teuren HC1 bisher nur in den USA, Kanada und Japan.

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Quelle: Kulba

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Kulba Teardrop Caravan

Dann vielleicht doch lieber den auch in Deutschland erhältlichen Caravan des lettischen Unternehmens Kulba? Dieser Teardrop-Anhänger (benannt nach der Form) ist sogar noch kleiner als der Happier Camper. Gerade einmal 3,30 Meter ist der Caravan lang und nur 1,83 Meter hoch. So passt er in jede Garage.

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Quelle: Jean Schwarz; Kulba

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Die Inneneinrichtung ist eher rustikal. Ist der Happier Camper das iPhone unter den Wohnwagen, so erinnert der Kulba eher an Omas Eiche rustikal. Beziehungsweise baltisches Birkenholz. Aus diesem fertigt Kulba die Inneneinrichtung per Hand nach den Vorstellungen der Kunden. Zwei Menschen finden in dem Anhänger Platz, der für 480 Euro nach Deutschland überführt wird. Der Grundpreis liegt bei 8000 Euro.

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Quelle: Rolf Nachbar; Eriba

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Eriba Touring

Der aus Deutschland stammende Eriba Touring Caravan ist so etwas wie ein Camping-Klassiker: Es gibt ihn bereits seit 1958. In elf verschiedenen Grundrissen lässt er sich so konfigurieren, dass sowohl Paare als auch ganze Familien in dem Anhänger Platz finden. So sind entweder ein Doppelbett oder Schlafgelegenheiten für bis zu vier Personen möglich.

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Quelle: Eriba

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Der Innenraum der Touring-Modelle von Eriba wirkt eher klassisch und besteht vor allem aus Holz und hellen Stoffen. Durch seine im Vergleich zu den Teardrop-Anhängern etwas größeren Dimensionen (mindestens 4,83 Meter lang, außen zwei Meter und innen 1,95 Meter hoch) bietet er den von Wohnmobilen gewohnten Komfort aus eigener Dusche, Sitzecke und Kochnische. Dafür ist der Eriba Touring entsprechend teurer: Das kleinste Modell für zwei Personen kostet 17 190 Euro.

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Quelle: Kronings

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Hero Ranger

SUVs sind seit Jahren nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Wohnwagen "sanft" geländegängig gemacht werden. Den Hero Camper gibt es zum Beispiel in einer ganz normalen - "Traveller" genannten - Variante mit normaler Straßenbereifung. Der "Ranger" ab 9000 Euro hingegen verfügt über Geländereifen, breitere Kotflügel und einen großen Dachgepäckträger. Ansonsten sind die Anhänger identisch. Im Inneren gibt es ein großes Bett, eine Spüle, Kocher, Kühlschrank, Gasheizung und einen Wasserkanister.

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Quelle: Kronings

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Procamp Bushcamp

Es geht auch noch geländetauglicher. Der slowakische Hersteller Procamp baut mit dem Bushcamp einen Teardrop-Anhänger, der wesentlich martialischer aussieht als der Hero Ranger. Überdimensionale Geländereifen und eine Stahlkiste an der Front prägen den Offroad-Look des etwa 10 000 Euro teuren Campers. Auf Wunsch gibt es sogar eine Camouflage-Lackierung. Auf Komfort muss man bei dem Anhänger für Abenteurer trotzdem nicht verzichten. Im Heck gibt es eine Küchenzeile, im Inneren Betten für zwei Personen.

Informieren Sie sich hier über die Neuheiten des diesjährigen Düsseldorfer Caravan Salons, bei dem vor allem die Campingbusse im Mittelpunkt standen.

© SZ.de/harl/dd
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