VW Passat im Fahrbericht 1.4 TSI als Fahrspaß-Empfehlung

Der stärkste Dieselmotor ist 240 PS stark, aber teuer. Die 150-PS-Varianten sind gute Alternativen, besonders der Benziner macht Spaß.

(Foto: Volkswagen AG)

Wie gut VW Vierzylindermotoren bauen kann, zeigt der einzige zum Marktstart im November erhältliche Benzinmotor. Aus 1,4 Litern Hubraum holt der Passat 1.4 TSI dank Turboaufladung 150 PS und maximal 250 Newtonmeter. Schon ab 1500 Umdrehungen stellt er sein höchstes Drehmoment zur Verfügung, ohne am roten Bereich einzuknicken, womit sich ein breit nutzbares Drehzahlband ergibt. Das Benzintriebwerk ist die Fahrspaß-Empfehlung im aktuellen Motorenprogramm, auch wenn dessen Drehfreude zu häufigeren Tankstellenbesuchen führt. Mit Bedacht bewegt, lässt sich mit diesem Motor beim Durchschnittsverbrauch problemlos eine sechs vor dem Komma realisieren. Nutzt man dessen Potenzial, sind auch mehr als zehn Liter drin.

Bei nur drei Motoren wird es natürlich nicht bleiben. 2015 folgen vier weitere Benziner mit 125, 180, 220 und 280 PS. Das Diesel-Portfolio stockt VW bald mit einem 120 und einem 190 PS starken TDI auf. Ein Plug-in-Hybrid mit 218 PS, dessen Batterien sich per Kabel laden lassen, folgt im Sommer des nächsten Jahres.

Teure Alternative zum Diesel

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Lieber selbst schalten als schalten lassen

Die Topmotorisierungen kombiniert VW serienmäßig mit dem DSG-Doppelkupplungsgetriebe, das für jede der schwächeren Varianten als Option zur Verfügung steht. Das schaltet schnell, fast unmerklich und agiert wohltuend souverän, hat aber eine Eigenart: Es erfordert einen extrem sensiblen Gasfuß, wenn man das Auto beim Losfahren mit sanftem Anrollen in Bewegung setzen möchte. Erst passiert gar nichts - und drückt der Fahrer das Gaspedal nur einen Tick stärker, beschleunigt der Passat, als hätte ihn jemand zum Sprintduell herausgefordert. Mit manuellem Getriebe klappt das besser: Gas, Kupplung und der kurz, knackig und exakt durch die Gassen der Sechsgang-Box geführte Schalthebel harmonieren perfekt und machen das DSG zu einem verzichtbaren Extra.

In seinem langen Heck verstaut der VW Passat Variant zwischen 650 und 1780 Liter Gepäck.

(Foto: VOLKSWAGEN)

Das ließe sich auch über die zahlreichen Assistenzsysteme sagen. Technologien wie der Abstandregeltempomat, die City-Notbremsfunktion oder die Assistenten für Spurwechseln und -halten, Ausparken oder für die Fahrt im Stop-and-Go bieten Fortschritte bei Sicherheit und Komfort, kosten im Paket aber 2850 Euro Aufpreis. Auch Neuerungen wie der Parklenkassistent (für 620 Euro extra manövriert das Auto auch mit Anhänger fast eigenständig in jede Art von Parklücken) oder das 850 Euro teure System, das mit vier Kameras die Umgebung des Autos beim Rangieren überwacht, lässt sich VW zusätzlich bezahlen. Jedes der Systeme funktioniert gut und sorgt bei richtiger Anwendung für Narrensicherheit. Aber geübte Autofahrer schaffen das, was die Technik kann, mit weniger Zeitaufwand - und können sich dessen Bestellung sparen. Sonst laufen die Kosten aus dem Ruder.

Ein Passat für 50 000 Euro? Kein Problem!

Und das kann schnell gehen. Das günstigste Angebot ist derzeit die 30 250 Euro teure Limousine mit 150-PS-Diesel und Handschaltung - aber auch nur dann, wenn man die extrem karge Trendline-Basisausstattung wählt. Eine Option hier, ein Kreuzchen auf der Aufpreisliste da, vielleicht noch eine bessere Ausstattungslinie, stärkere Motorisierung, DSG oder Allradantrieb, schon kann ein Passat 50 000 Euro oder mehr kosten.

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Der Gegenwert ist ein stimmiges, in allen Belangen durchdachtes Ingenieursauto, das seinen Fahrer nach Kräften unterstützt und seine Besatzung samt viel Gepäck möglichst entspannt ans Ziel bringen möchte. Der Passat ist unaufdringlich, hält sich im Hintergrund und funktioniert. Ist er deshalb spießig, vielleicht sogar langweilig? Natürlich - aber gerade das macht ihn so gut.