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VW Golf:Dezentes Facelift

VW Golf fährt mit viel neuer Elektronik in die zweite Halbzeit

Die siebte Generation: VW präsentiert den neuen Golf.

(Foto: Volkswagen/dpa)

Volkswagen frischt die siebte Generation seines Erfolgsmodells Golf vor allem innen auf.

Betrachter des neuen Golf müssen ganz genau hinsehen, um Unterschiede zum Vorgänger zu erkennen. Obwohl die siebte Generation nun etwas sportlicher und moderner aussieht, ist ihr Facelift gewohnt dezent ausgefallen. Dabei passt VW die Scheinwerfer, Rückleuchten, Kotflügel und Stoßfänger dem aktuellen Markendesign an. Die größeren und kantigeren Lufteinlässe in der vorderen Stoßstange erinnern an den Passat. Die Rückleuchten gibt es erstmals für alle Modelle serienmäßig mit LED-Licht, auch die Scheinwerfer mit den neu gestalteten Tagfahrleuchten werden in LED- statt Xenon-Technik angeboten. Die Topversion blinkt jetzt dynamisch mit animierten Leuchten. Außerdem gibt es neue Farben und Raddesigns.

Die größte Veränderung steckt aber im Innenraum. Gegen Aufpreis bündelt ein 9,2 Zoll großes Display die Multimedia- und Fahrzeug-Funktionen. Bis auf den Lautstärkeregler kommt es ohne Knöpfe und Tasten aus. Die seit der sechsten Generation bekannte Touchscreen-Bedienung ergänzt der aufgefrischte Golf um eine Gestensteuerung. Sensoren erkennen die Handbewegungen vor dem Display und setzen sie in Aktionen um. So lässt sich beispielsweise der Radiosender wechseln oder die Lautstärke ändern.

Aus dem Passat bekannt ist die digitale Anzeige hinter dem Lenkrad (Aufpreis: 500 Euro), die auf Wunsch Tacho und Drehzahlmesser an die Seite rückt, dafür aber groß und zentral die Karte des Navigationssystems anzeigt. Dieses kann jetzt auch Staudaten in Echtzeit empfangen.

Einige Assistenzsysteme aus der Mittelklasse sind nun ebenfalls für den Golf erhältlich. Er wird nun autonom, zumindest ein bisschen. Bis Tempo 60 kann sich der VW im Stau an vorausfahrenden Autos orientieren und selbständig beschleunigen, bremsen und lenken. Der Frontkollisionswarner erkennt nun auch Fußgänger. Einparken muss der Fahrer des Golf auch nicht mehr. Sogar mit Anhänger lenkt der VW weitgehend ohne menschliches Zutun in die Parklücke.

Detailänderungen gibt es beim Fahrwerk, die Fahrmodi sollen nun weiter gespreizt sein. Mehr hat sich bei den Motoren getan. Der GTI leistet nun 230 oder 245 PS. Völlig neu im Programm ist ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 150 PS, von dem VW später einen 130-PS-Ableger nachreicht. Er verfügt in der schwächeren Variante, um Sprit zu sparen, über eine Segelfunktion, die den Motor nicht nur in den Leerlauf versetzt, sondern ganz abschaltet. Der Plug-in-Hybrid der Golf-Palette mit dem Kürzel GTE kann nun 50 Kilometer rein elektrisch fahren. Hinzu kommt der E-Golf, dessen Reichweite sich nach dem Facelift von knapp 200 auf 300 Kilometer vergrößert. Allerdings sind all diese Werte nach dem wenig realistischen NEFZ-Modus berechnet.

Beim Preis hat sich nichts geändert: Ab 17 850 Euro ist der neue Golf erhältlich. Der Vorverkauf startet im Dezember, die Markteinführung findet im Februar oder März statt.