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Versteigerung bei Saab:Der Blick auf die Historie bleibt erhalten

1990 löste der Saab-Konzern seine Autosparte aus dem Gesamtkonzern und ließ sie als Saab-GM-Joint Venture unters Dach von General Motors fahren. Doch die Amerikaner schafften es nicht, die angeschlagene Marke, von Kurzzeiterfolgen in den Neunzigerrn einmal abgesehen, wieder flott zu machen.

Saab 99

Kühle Eleganz

Der schwedische Mutterkonzern verkaufte den Amerikanern auch noch die restlichen Anteile und GM, damals größter Autobauer der Welt, manövrierte die nun 100-prozentige Tochter immer weiter in die Schieflage. Saab fuhr schwindelerregende Verluste jenseits der 200-Millionen Dollar-Marke ein.

Die internationale Wirtschaftskrise von 2008 brachte den gesamten General-Motors-Konzern ins Wanken. 2009 kündigten die Amerikaner den Verkauf der Schwedentochter an. Die Produktion in Schweden lief weiter, musste aber zeitweilig unterbrochen werden, weil Zollgebühren für Zulieferteile nicht gezahlt werden konnten.

Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem chinesischen Autobauer BAIC übergab GM die Marke schließlich an die niederländische Sportwagenschmiede Spyker. Ein Patentrezept für einen erfolgreichen Neustart hatte aber auch Spyker nicht parat. Im vergangenen Sommer konnte Saab seinen Mitarbeitern keine Löhne mehr ausbezahlen, ging schließlich in die Insolvenz.

Das Museum in Tröllhättan wiederum hatte es in besseren Tagen versäumt, sich als eigenständiger Geschäftsbereich von den Autoproduktionsstätten abzunabeln, mit der fatalen Konsequenz, dass es Teil der Insolvenzmasse wurde. Um die Institution zu retten, hatten Mitglieder eines Saab-Clubs bereits unentgeltliche Mitarbeit im Museum angeboten.

Nun aber können Fans aufatmen: Die Marke Saab ist zwar gestorben, doch die faszinierende Historie wird wenigstens nicht für immer in den Sammlergaragen reicher Scheichs verschwinden.

Zeitmaschinen (9): Saab 92

Aus der Gründerzeit