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Verkehr:Acht Fehler, die die meisten Motorradfahrer begehen

Dauerblinken, Kurven schneiden oder durch den Stau schlängeln: Diese Marotten vieler Biker sind nicht nur lästig für andere Verkehrsteilnehmer, sondern oft auch verboten.

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Im Stau durch den Verkehr schlängeln

Stau auf der Autobahn im Rueckspiegel traffic jam on a highway BLWS244321

Quelle: imago/blickwinkel

Es keinen Meter voran. Mal wieder. Auto reiht sich an Auto, ohne dass sich der Verkehr spürbar bewegt. Es sei denn, man sitzt auf einem Motorrad. Einfach langsam durch die Reihen gleiten, an den stehenden Fahrzeugen vorbei. Das Problem ist nur: Im Gegensatz zu Radlern und Mofa-Lenkern ist das Motorradfahrern nicht erlaubt. Es ist allenfalls geduldet. Das gilt sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn. Wer rechts vorbei fährt, überholt juristisch gesehen falsch. Wer es auf der linken Seite probiert, unterschreitet den einzuhaltenden Mindestabstand von einem Meter.

Für Motorradfahrer haben gerade langwierige Autobahnstaus unangenehme Folgen. Das Bike über mehrere Stunden aufrecht zu halten ist anstrengend, den Motor im Stand laufen zu lassen schlecht für die Maschine. Auf dem Seitenstreifen abstellen darf er es auch nicht. Bestrebungen, die Standspur für Motorradfahrer freizugeben, gibt es seit Jahren. Die Idee ist aber weit davon entfernt, umgesetzt zu werden.

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Zu schnell in Kurven fahren oder Kurven schneiden

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Quelle: imago stock&people

Wer schon einmal auf einem Motorrad saß, weiß: Geradeaus fahren ist nicht schwer. Doch irgendwann kommt die erste Biegung. Gerade Anfänger geraten immer wieder auf die Gegenfahrbahn oder werden aus der Kurve getragen. Der ADAC rät: "Man muss eine Vorstellung von der Kurve haben. Je besser man sie plant, umso besser funktioniert es. Habe ich das nicht, ist es ratsam, lieber weniger sportlich zu fahren."

Das heißt: Rechtzeitig die Geschwindigkeit drosseln und aggressives Bremsen sowie starkes Beschleunigen vermeiden. Wichtig ist auch, Vorder- und Hinterbremsen zu synchronisieren. Wer ungleichmäßig bremst, macht das Motorrad instabil.

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In einer Gruppe mit mehreren Motorrädern fahren

Rebels Bike Gang Wind Up Annual National Run

Quelle: Getty Images

Besonders bei gutem Wetter erobern Biker in zum Teil riesigen Gruppen die Straßen. Auch wenn es Autofahrer nervt: Das ist erlaubt. Problematisch wird es nur, wenn sich die Motorradfahrer nicht an die dafür vorgesehenen Regeln halten. Standard ist laut ADAC das versetzte Fahren. Das heißt, die Biker bewegen sich nicht auf gleicher Höhe über die Straße, sondern immer so, dass Lücken in den parallelen Reihen bleiben.

Außerdem sollten nicht zu viele Motorräder in einem Konvoi fahren. "Je größer die Gruppe, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie abreißt", so der Automobilclub. Überholen und Drängeln ist verboten. Besonders wichtig: immer ausreichend Sicherheitsabstand halten. Sonst können Motorradfahrergruppen ihren Sonderstatus verlieren. So entschied das Oberlandesgericht Frankfurt: "Fahren Motorradfahrer einvernehmlich auf der Landstraße in wechselnder Reihenfolge als Gruppe ohne Einhaltung des Sicherheitsabstandes, führt dies zu einem Haftungsausschluss im Hinblick auf diesen Umstand."

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Falsche Körperhaltung auf dem Motorrad

2017 Dakar Rally - Day Eleven

Quelle: Getty Images

Einfach in den Sattel steigen und Gas geben - so einfach ist Motorradfahren nicht. Eine falsche Sitzposition kann laut ADAC die Leistungsfähigkeit des Fahrers um bis zu 45 Prozent vermindern. Und das kann fatale Folgen haben, ist die Unfallwahrscheinlichkeit auf einem Motorrad doch 18 mal so hoch wie mit einem Auto.

Unabhängig von der Art der Maschine, also egal ob Sportler, Enduro, Cruiser oder Naked Bike, gilt folgende Körperhaltung als ideal: Spannung in den Beinen, den Rücken gerade, die Arme entspannt und nicht ganz ausgestreckt. Die Füße gleiten zwischen Ballen und Absatz auf den Rasten hin und her, um Brems- und Schalthebel zu bedienen. Wenn Einstellmöglichkeiten für Sitz und Lenker vorhanden sind, sollten sie unbedingt genutzt werden.

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Falsche Kleidung beim Motorradfahren

10 08 2015 Berlin Deutschland GER Foto Ducati Motorrad kurze Hose Sportschuhe

Quelle: imago/Stefan Zeitz

Jedes Jahr wieder sieht man sie an heißen Sonnentagen auf ihren Motorrädern: Biker in Shorts, Turnschuhen und T-Shirt. Das ist lebensgefährlich. Der ADAC sagt klar: "Mit Alltagskleidung unterwegs zu sein, ist natürlich grenzwertig. Viele merken das erst, wenn sie mal ein paar Meter über den Asphalt rutschen. Aber dann ist es zu spät."

Schutzkleidung mit Protektoren, ein guter Helm und stabile Schuhe sind wichtig. Spezielle Textilkleidung für Motorradfahrer erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Sie ist leicht, bequem und wetterfest. Am sichersten ist Leder, das besonders abriebfest ist.

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Fahren mit Beifahrer unterschätzen

The Grossglockner High Alpine Road

Quelle: Getty Images

Vielen Bikern macht Motorradfahren zu zweit noch mehr Spaß als allein. Sobald sich ein Begleiter hinter den Fahrer in den Sattel schwingt, wird jedoch oft unterschätzt, wie das zusätzliche Gewicht das Fahrverhalten der Maschine beeinflusst. Durch zwei Personen auf dem Bike wird es deutlich behäbiger und sportliches Fahren schwieriger. Der Bremsweg verändert sich, ebenso wie die Lenkung.

Verbessern lässt sich die Fahrsituation durch mehr Luft in den Reifen und gezieltes Training. Es gilt, einfachste Vorgänge zu optimieren. So ist zum Beispiel die richtige Gewichtsverteilung in Kurven unerlässlich. Der ADAC empfiehlt, vor einer Tour zu zweit auf einem ruhigen Parkplatz zu üben und das veränderte Verhalten der Maschine zu studieren.

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Vergessen, den Blinker auszustellen

Goodwood Revival 2016

Quelle: Getty Images

Blinken ist heute schon fast eine Tugend, an die sich die meisten nur noch vage erinnern können. Die Richtung anzeigen, vor dem Abbiegen? Das scheint für viele Verkehrsteilnehmer nur noch ein notwendiges Übel, von dem nicht zu oft Gebrauch gemacht wird. Bei Motorradfahrern lässt sich eine weitere Unsitte beobachten: Blinker, die nach dem Richtungswechsel munter immer weiter leuchten.

Das hat einen einfachen Grund: Im Gegensatz zu Autos schaltet sich der Fahrtrichtungsanzeiger bei vielen Motorrädern nach Gebrauch nicht automatisch ab. Und die Anzeige in den Instrumenten nimmt man nicht immer wahr. Eine Entschuldigung ist das nicht. Führt der Blinker andere Verkehrsteilnehmer in die Irre, kann es bei einem Unfall teuer werden.

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Das Motorrad ist zu groß für Fahrer

Weimar Das jährliche Treffen der Goldwinger in Daasdorf bei Weimar zog wieder viele Fahrer und Freu

Quelle: imago/Thomas Müller

Natürlich träumen viele Biker von einer großen und schweren Maschine wie einer Harley-Davidson. Doch Motorradfahren ist eine körperlich intensivere Angelegenheit, als sich in einem Auto fortzubewegen. Und die Bedienelemente und die Sitzhöhe lassen sich nur bedingt einstellen. Beim Kauf eines Motorrads sollte deswegen darauf geachtet werden, dass es auch zur Größe des Fahrers passt. Wer zum Beispiel zu kurze Beine für seine Maschine hat, bekommt Probleme beim Auf- und Absteigen sowie beim Halten. Im Extremfall fällt er sogar um.

Die meisten Hersteller bieten zwar verschiedene Sitzhöhen durch austauschbare Bänke an, bei Lenker und Fußrasten sieht das aber anders aus. Abgesehen davon ist die Ergonomie des Motorrads auf seine Standardkonfiguration ausgerichtet. Als Faustregel gilt: Beide Füße des Fahrers müssen den Boden mit der Ferse berühren können. Wer sich unsicher ist, welches Motorrad für ihn geeignet ist, findet beim ADAC eine Übersicht der Sitzhöhe aktueller Modelle.

© Süddeutsche.de/harl/dd

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