Tod der Schauspiel-Ikone:Wer trägt die Schuld?

Lesezeit: 3 min

James Dean tödlich verunglückt

James Deans Wagen nach dem tödlichen Unfall.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Trotzdem: Dean war nicht als rücksichtsloser Fahrer bekannt. Im Gegenteil: Zwei Wochen vor seinem Tod hatte er für das National Safety Council, einer Organisation, die sich dem Arbeitsschutz und der Verkehrssicherheit verschrieben hat, einen Werbespot aufgenommen. Darin sagt der Schauspieler: "Früher bin ich auch ganz schön gerast und habe unnötig viel riskiert. Aber seit ich Rennen fahre, bin ich auf der Straße besonders vorsichtig geworden. Die Leute haben ja oft gar keine Ahnung, was für einen gefährlichen Mist sie bauen. Man weiß nie, was so ein Typ auf der Straße als nächstes tut. Fahrt vorsichtig!" Und im Nachhinein klingt sein Schlusssatz fast prophetisch: "Vielleicht bin ich es, dem ihr damit eines Tages das Leben rettet."

Der Polizeibericht zum Unfallhergang ging zunächst davon aus, dass Dean mit etwa 170 km/h auf die Kreuzung zuraste, doch dies wurde später revidiert. Ein Analyse-Unternehmen aus Palo Alto, das 1990 den Unfall in allen Details nachstellen ließ, kam zu dem Schluss, dass der Porsche mit einem Tempo zwischen 55 und 60 Meilen pro Stunde, also weniger als 100 km/h, unterwegs gewesen war.

Der Student Turnupseed dagegen, das ergab die Rekonstruktion, hatte seinen Wagen vor dem plötzlichen Abbiegen mehrfach abgebremst und wieder beschleunigt. Das ungewöhnliche Verhalten könnte mit zu dem Unfall geführt haben, doch der zuständige Amtsrichter sah später keinen Grund, dem Ford-Fahrer die Schuld an dem Zusammenstoß zuzusprechen. "Ich habe ihn nicht gesehen, bei Gott, ich habe ihn nicht gesehen", wird Turnupseed später zitiert.

Ein Fluch auf Deans Auto

Als die Polizei an der Unfallstelle eintraf, waren Schaulustige, trauernde Teenies, Devotionalien-Sammler und fragwürdige Gestalten dort schon versammelt. James Dean, bis heute Symbolfigur einer aufbegehrenden, jungen Generation, wurde mit gebrochener Wirbelsäule, eingedrücktem Brustkorb und zerschmettertem Kiefer aus dem zertrümmerten Porsche gezogen. Sein früher Tod machte ihn als Ikone unsterblich.

Beifahrer Wütherich wurde aus dem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Den Unfall hat er nie verwunden, er wurde danach depressiv, stach 1967 seine Ehefrau nieder und verunglückte 1981 tödlich. Glimpflich kam Turnupseed davon. Abgesehen von einem Schock blieb er unverletzt.

Und so, wie die James Dean zur Legende wurde, rankten sich bald Mythen um den Schrotthaufen, den der Auto-Schrauber George Barris aus Hollywood für 2500 Dollar erstand. Sogar von einem Fluch, der auf dem Auto laste, war die Rede. An vermeintlichen Belegen dafür fehlte es nicht: Einer von Barris' Leuten wurde verletzt, als das Wrack beim Verladen vom Laster kippte. Der Motor landete Berichten zufolge schließlich bei einem Amateur-Rennfahrer aus Beverly Hills. Auch er verunglückte tödlich.

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