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Studie des CAR-Centers:Neuwagen sind so teuer wie nie zuvor

Produktion Volkswagen

Endkontrolle eines SUVs von VW.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Ein Neuwagen kostet in Deutschland im Schnitt 27 189 Euro. Das ist ein neuer Rekordwert, der dreimal so hoch liegt wie 1980.
  • Das meiste Geld geben die Autokäufer im Schnitt für ein Mercedes-Modell aus. Die billigsten Autos kommen von Dacia.
  • Vor allem die ungebrochen hohe Nachfrage für SUVs treibt die Preise nach oben.

Neuwagen waren in Deutschland nie teurer als im vergangenen Jahr. Im Durchschnitt kostete ein neues Auto im vergangenen Jahr 27 189 Euro, wie aus einer Studie des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen hervorgeht. Der Listenpreis für einen Pkw war damit im vergangenen Jahr etwa dreimal so hoch wie 1980. Im Vergleich zu 2013 stieg er um 2,3 Prozent (625 Euro).

Vor 35 Jahren kostete ein Neuwagen im Schnitt umgerechnet 8420 Euro, allerdings bei einem Mehrwertsteuersatz von nur 13 statt 19 Prozent. 1980 wurden umgerechnet 969 Euro Mehrwertsteuer pro verkauftem Auto abgerechnet, im vergangenen Jahr waren es 4341 Euro. Der Staat verdient also heute kräftiger mit als damals.

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Hohe Rabatte sind möglich

Natürlich verdienen die Konzerne viel Geld mit ihren Produkten, aber die Herstellung eines Autos ist heute deutlich teurer als 1980. Auch die Ausstattung ist nicht mehr vergleichbar: Moderne Modelle sind sparsamer, sauberer, sicherer und leistungsstärker als früher. Zudem ist der Listenpreis nur die halbe Wahrheit, denn Privatkäufern winken aktuell wegen der geringen Neuwagen-Nachfrage hohe Rabatte. Für Tageszulassungen oder Vorführwagen sind Nachlässe von bis zu 25 Prozent möglich, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center bei Welt.de.

Das meiste Geld zahlten die Autokäufer der Studie zufolge mit 42 040 Euro für einen neuen Mercedes. Es folgen BMW mit einem Durchschnittspreis von 41 252 Euro und Audi mit 37 695 Euro. Am günstigsten war 2014 ein Neuwagen der Marke Dacia: Er kostete im Schnitt 11 682 Euro. Zu beachten ist, dass bei der Studie nur Volumen- und keine Luxushersteller wie etwa Porsche berücksichtigt wurden. Zudem ließen die Wissenschaftler nur Listenpreise in ihre Berechnungen einfließen. Sonderausstattungen wurden nicht berücksichtigt, weshalb die tatsächlich von Autokäufern gezahlten Preise über den vom CAR ermittelten Durchschnittspreisen liegen.

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Die jährliche Teuerungsrate wird kleiner

Seit 1980 stiegen die Preise für neue Personenwagen pro Jahr im Schnitt um 3,5 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Teuerung laut den Autoexperten des CAR-Centers allerdings deutlich verlangsamt und legte pro Jahr nur noch um 2,4 Prozent zu. Es gibt auch Jahre, in denen ein Preisrückgang zu verzeichnen war; zuletzt 2009, als wegen der Abwrackprämie die Neupreise um etwa 3000 Euro fielen.

Auch für das laufende Jahr rechnet das CAR-Center mit steigenden Listenpreisen. Grund dafür seien der anhaltende Trend zu sportlichen, stark motorisierten Geländewagen (SUVs), und der niedrige Spritpreis. Im Schnitt kostete ein SUV 2014 fast 32 948 Euro - 5759 Euro mehr als ein Durchschnittsauto. In diesem Jahr könnten SUVs den CAR-Forschen zufolge einen Anteil von 20 Prozent am Neuwagenmarkt in Deutschland erreichen. Für 2015 sagen die Autoexperten deshalb einen weitere Preisanstieg "um deutlich mehr als 500 Euro" voraus.

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