Straßenverkehr Auch Frankreich radelt bei Rot

Dann sage ich: Paris. Hier dürfen Fahrradfahrer an roten Ampeln rechts abbiegen, an manchen dürfen sie auch geradeaus fahren. Die Stadtverwaltung teilte mit, die Regelung sei "nicht unfallträchtig" und vermeide Konflikte zwischen Rad- und Autofahrern. Paris hat übrigens 21 000 Einwohner pro Quadratkilometer. Berlin hat knapp 4000.

In Nantes, Bordeaux, Strasbourg - alles Städte mit einer vergleichbaren Bevölkerungsdichte - gilt die Idaho-Regelung. In mehreren Jahren wurde kein einziger Unfall aufgrund der Rot-Freifahrt dokumentiert.

Die Erklärung ist einfach. Weil Fahrradfahrer - anders als Autofahrer - nicht mit einer Hülle um sich herum durch die Gegend kurven, sehen sie besser, hören sie besser. Das hilft auch an Kreuzungen. Sie sind vorsichtiger, langsamer, der Bremsweg ist viel kürzer. Verkehrswissenschaftler, grüne und linke Politiker plädieren daher seit Jahren dafür, auch bei Rot fahren zu dürfen.

Deutsche Städte würden dann nicht gefährlicher. Sondern fahrradfreundlicher. Wer nicht an jeder Ampel halten muss, steigt eher aufs Rad, um zur Arbeit zu kommen. Oder zu Freunden. Oder ins Kino.

Das wäre für alle gut: Es gäbe weniger Autos auf den Straßen, sauberere Luft, belebtere Innenstädte.

Und eine unnötige Regel weniger.

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Fahrradfahren

Diese Regeln gelten auch fürs Rad

Rote Ampeln auslassen, telefonieren, in der Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung fahren und Kopfhörer tragen? Was Radfahrer im Verkehr dürfen und was nicht.