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Fahrradtrends 2018:Ein bisschen was Elektrisches geht immer

Auch in dieser Fahrradsaison kommt kaum ein Bike ohne Elektro-Motor aus. Manche können sogar ein Auto ersetzen.

Von Felix Reek

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E-Bikes und Pedelecs

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Quelle: Sinus

Wovon die Autoindustrie seit Jahren spricht, das haben Fahrradhersteller längst geschafft: Elektromotoren in großen Stückzahlen auf die Straße zu bringen. 2017 stieg der Umsatz von E-Bikes und Pedelecs in Deutschland um 19 Prozent. 720 000 neue Fahrrader mit elektrischer Unterstützung wurden gekauft. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch 2018 E-Bikes und Pedelecs weiterhin im Trend liegen. Egal ob Mountainbike, Lastenrad oder City-Cruiser: Die Hersteller kombinieren mittlerweile jeden Fahrradtyp mit einem E-Motor.

Sorgte das in der Vergangenheit oftmals noch für ein klobiges Erscheinungsbild, da die Akkus und Motoren einfach auf den Rahmen montiert wurden, dürfte sich das jetzt im Massenmarkt ändern. Bosch hat eine Batterie entwickelt, die im Unterrohr Platz findet. Die sogenannte "Powertube" sorgt dafür, dass sich ein Pedelec optisch nur unwesentlich von einem herkömmlichen Fahrrad unterscheidet. Beim Sinus iX11 (hier im Bild) zum Beispiel ist nicht nur der Akku im Rahmen untergebracht, sondern auch die Kabel und Züge sind innen verlegt.

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E-Motoren nachrüsten

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Quelle: Superpedestrian

Fahrräder mit elektrischer Unterstützung sind allerdings nicht billig. Empfehlenswerte Pedelecs starten ab 2000 Euro. Aber auch ein normales Fahrrad lässt sich elektrifizieren. Dafür gibt es bereits mehrere Lösungen auf dem Markt. Eine der ersten war das Copenhagen Wheel, das 2009 zur Klimakonferenz in Kopenhagen zusammen mit dem MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelt wurde. In den Handel gelangte es erst vier Jahre später, jedoch nur in den USA. Seit Herbst 2017 gibt es das Copenhagen Wheel von Superpedestrian auch in Deutschland.

Sowohl Motor und Akku befinden sich in einer großen roten Scheibe an der Nabe des Hinterrades. Um das Copenhagen Wheel in ein herkömmliches Fahrrad einzubauen, wird das komplette Hinterrad ausgetauscht. Der Motor unterstützt den Radler auf einer Strecke von bis zu 50 Kilometern. Die Lösung von Superpedestrian ist zwar billiger als ein E-Bike, aber immer noch teuer: 1200 Euro kostet der Motor mit Rad, 1600 ein komplettes Bike mit dieser Antriebslösung.

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Lastenräder

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Quelle: Riese & Müller

Mobilität befindet sich im Wandel. Wer es leid ist, mit dem Auto im Stau zu stehen, steigt immer öfter aufs Fahrrad. Der Wochenendeinkauf lässt sich damit aber nicht erledigen. Deswegen gibt es vor allem in größeren Städten immer mehr Lastenräder. Sie verbinden die Vorzüge eines Fahrrades mit denen eines kleinen Autos.

Der Packster 40 von Riese & Müller zum Beispiel hat zwischen Vorder- und Hinterrad eine Transportbox untergebracht. "40" steht dabei für die Länge der Ladefläche, also 40 Zentimeter. Die größeren Modelle Packster 60 und Packster 80 bieten entsprechend mehr Stauraum. Bei allen lässt sich die Box um einen Kindersitz erweitern. Der Vorteil des kleinsten Modells ist aber, dass es genauso groß ist wie ein herkömmliches Fahrrad und so auf einen Dachgepäckträger passt. Die Preise des von einem Elektromotor unterstützen Cargo Bikes starten ab 4000 Euro.

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Anhänger

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Quelle: Queridoo

Vielen ist ein Lastenrad aber schlichtweg zu teuer. Eine günstige Alternative bietet der auf Fahrradanhänger für Kinder spezialisierte Anbieter Queridoo. Der QX Slim sieht aus wie ein Hundeschlitten, verwandelt aber jedes herkömmliche Rad in ein Cargo Bike. Der Transportanhänger für etwa 300 Euro soll zu jedem Fahrradmodell kompatibel sein und lässt sich einfach zusammenpacken, sodass er auch mitgenommen werden kann.

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Lastenräder für den professionellen Bereich

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Quelle: XCYC

Ein herkömmliches Lastenrad ist den meisten Anforderungen des Alltags gewachsen. Für eine professionelle Nutzung taugt es aber nicht. Hier setzt die schwäbische Firma XCYC an. Sie hat das Dreirad Pickup auf große Lasten hin optimiert. Bis zu 250 Kilogramm kann das Cargo Bike transportieren. Ohne einen Elektromotor lässt sich das in der Basisversion "Work" ab 6500 Euro erhältliche Trike allerdings nicht mehr vorwärtsbewegen.

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Falträder

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Quelle: Kwiggle

Jahrelang war das Faltrad verpönt. Doch gerade Berufspendler lernen jetzt wieder die Qualitäten der kompakten Bikes zu schätzen. Waren bisher die meisten Modelle für den Transport im Kofferraum eines Autos konzipiert, so setzt das Kwiggle des Hobbyradlers und Ingenieurs Karsten Bettin das Konzept des ultrakompakten Bikes noch konsequenter um. In nur zehn Sekunden lässt es sich so klein zusammenfalten, dass es ins Handgepäck eines Flugzeugs passt.

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Quelle: Kwiggle

Oder unter den Sitz einer U- oder S-Bahn. Das dürfte vor allem in der Rushhour von Vorteil sein, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel chronisch überfüllt sind. Das Gewicht des Faltrades liegt bei etwa acht Kilogramm, ab Ende April soll es für 1100 Euro erhältlich sein.

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Fahrradaufbewahrung

Platzsparend unterbringen kann man Fahrräder zum Beispiel mit dem 'Velow Up', den WSM in Deutschland vertreibt. Hier hängt man das Vorderrad in einen haken und eine Gasdruckkartusche befördert es in die Vertikale.

Quelle: Lo Minck

Wer in der Großstadt lebt, kennt das Problem: Auf der Straße will man das Fahrrad nicht stehen lassen, aber der Keller des eigenen Hauses ist hoffnungslos überfüllt. Platz schaffen soll das "Velow Up!" des niederländischen Herstellers Lo Minck. Es ist eine Art Duplex-Garage fürs Fahrrad. Das Vorderrad wird an einem Vorderhaken eingehängt, der das Bike per Gasdruckfeder nach oben zieht. So lassen sich die Fahrräder hochkant in Räumen ab einer Deckenhöhe von 195 Zentimetern lagern. Das "Velow Up!" kostet etwa 180 Euro.

© Süddeutsche.de/ihe/dd

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