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E-Bike:Elektrische Nachrüstmotoren

Der Boom der E-Bikes macht auch vor der Start-up-Szene nicht Halt. Da elektrische Fahrräder immer noch teuer sind, haben einige kleine Unternehmen Lösungen entwickelt, wie sich das eigene Standardrad in ein Pedelec umbauen lässt.

Benötigt wird dazu:

  • ein Elektromotor, der die Kraft auf die Straße bringt. Er wird entweder in der Mitte der Felge oder am Tretlager befestigt
  • ein Akku, der die Energie zur Verfügung stellt
  • ein Controller, der bestimmt, wie viel Energie vom Akku an den Motor übertragen wird und so die Geschwindigkeit steuert
  • ein Steuerelement, das registriert, wann der Fahrer in die Pedale tritt und in diesem Moment den Motor frei gibt

Am sinnvollsten ist es sicherlich, ein Paket aus allen Komponenten zu kaufen, da nur so gewährleistet ist, dass diese problemlos ineinander greifen.

Elektrische Nachrüstmotoren gibt es zum Beispiel von Add-e oder Go-e Onwheel, bei dem der Motor am Hinterreifen ansetzt und seine Kraft über eine Rolle auf den Mantel überträgt. Vorbild ist ein Zweitaktmotor für Fahrräder von Solex aus dem Jahr 1940. Die E-Antriebr von Add-e und Go-e Onwheel erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h.

Weit verbreitet sind Systeme von EBS, Elfei, Pendix und Sunstar. Der Motor wird direkt am Tretlager angebracht, der Akku dort, wo die Trinkflasche sitzt. Bis zu 25 km/h schnell unterstützt das System den Fahrer und verwandelt so jedes herkömmliche Fahrrad in ein Pedelec.

Der Nachrüstmotor von Pendix wird direkt am Tretlager befestigt.

(Foto: Pendix)

Hersteller wie Ansmann, Bionx, EBS, Heinzmann und PB Powerbike haben Nachrüstkits im Angebot, die im Hinterrad des Fahrrads Platz finden und dort statt der Nabe integriert sind. Oft werden die bis zu 45 km/h schnellen Motoren bereits komplett eingespeicht mit passendem Hinterrad geliefert und können so sehr einfach eingebaut werden. Man kann diesen Nachrüstmotor in einem Singlespeedfahrrad ohne Schaltung ebenso verwenden wie in einem Fahrrad mit Kettenschaltung.

Finger weg von Nachrüstmotoren

Bedingungslos zu empfehlen ist aber keines der Systeme. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) raten sogar unisono davon ab, das eigene Rad zu elektrifizieren. Es sei unklar, wie Fahrräder auf das veränderte Gewicht reagieren und ob die Bremsen geeignet sind, einen Elektromotor abzubremsen. Es gibt auch keine Möglichkeit, dies vor dem Selbsttest herauszufinden, da Standardräder auf solche Gegebenheiten nicht getestet werden.

Aus diesem Grund übernehmen auch kaum Fahrradhändler den Umbau. Denn das Produkthaftungsgesetz würde sie haftbar für alle eventuellen Schäden an dem Rad machen. Pendix hat dieses Problem mit einer eigenen Betriebs-Haftpflicht gelöst, die sowohl den Händler als auch den Besitzer versichert.